32: VOLKSMEDIZIN – "DOKTER BUCH

vir Land Leit sehr vill nitzliche Stick zum Gebrauche vor Vüch u(nd) Pfert". Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Süddeutschland oder Österreich, dat. 1817. 4º (21 x 17,8 cm). Mit 3 Bordüren und 2 farb. Vign. Ca. 90 Bl. (davon ca. 70 weiße). Pp. d. Zt. (fleckig und beschabt). (72)
Startpreis: 200 - 300,- €


Arzneimittelbuch in ordentlicher Kurrentschrift, zusammengestellt von einem Joseph Anton Haggenmiller. – Mit gestempelten Ornamentbordüren gezierte Seiten verdeutlichen die Gliederung in drei Teile, für Pferde, Menschen und Rinder. Dabei ist in der ersten so gezierten Seite ein Spruch zur Abwehr von Diebstahl eingetragen: „Liebes Büchlein las die sagen, wan einer kommbt und will dich hinweg tragen, so sag las mich mit Ruh hih gehen der Lehr meines Vaters zu“. Der erste Teil (sechs beschriebene Blätter) enthält Heilmittel für die Pferde, etwa gegen die Darmgicht, ein Gelbsuchtpulver oder „Vor die Stollebeitel“. Der zweite Teil ist in der gerahmten, mit zwei Herzen gezierten Titelseite mit „Menschen Arznei“ überschrieben (3 beschriebene Blätter). Angeführt wird ein Skorpionöl, das auch gegen die Pest helfen soll. Als Gewährsmann für die magischen Wirkungen der „Kraft und Tugend der gerechten Armanharnischwurzel, die von Gott mit so wunderbahren Wirkungen begabt“, wird Paracelsus angeführt. Der dritte Teil (5 beschriebene Blätter) enthält „Rindvüch Artznej zu brauchen“, darunter auch hier magische Mittel, etwa „Vor Zauberey u(nd) daß man dem Vüch den Nutzen nicht nehmen kann“. Die Sprachfärbung spricht für eine Entstehung in Süddeutschland oder Österreich. – Fleckig. – Beiliegen 2 weitere Handschriften mit Heil – und Hausmittelrezepten aus dem 19. Jahrhundert.