130: SLEVOGT, M.,

Maler (1868-1932). E. Brief mit e. U. ("Max"). Dat. Neukastel, 16. 9. (19)14. 22,2 x 17,4 cm. 3 1/3 S. – Doppelblatt. (49)
Startpreis: 400 - 600,- €


An seinen Freund Karl von Wenninger (1861-1917), Generalleutnant und Führer des XVIII. Reserve-Korps im Ersten Weltkrieg. – Slevogt bittet den Freund um Unterstützung, da er einen Feldzug als Maler begleiten möchte. Er fragt, ob er in dieser Angelegenheit „an die erwähnte(n) Armeeoberkommandos oder doch an das Kriegsministerium gehen soll!? Wäre es auch denkbar, daß ich eine Eingabe bei Cronprinz Rupprecht mache?, der damals in Berlin so liebenswürdig war u(nd) der Sache Verständnis entgegenbringt!“ Es folgt eine Klage über das offenkundige Desinteresse der Militärs. „… Es wird aber, – u(nd) da man so viel von unserer Kultur [der deutschen; gestrichen] thönt, mit Notwendigkeit – u(nd) hoffentlich auch wieder die Stunde kommen, wo Mars zurücktritt, u(nd) dann ist es vielleicht von Wichtigkeit, daß jemand wie ich dabei sein kon(n)te, … u(nd) der Staat dürfte hierfür schon einige Unbequemlichkeit u(nd) Unterstützung auf sich nehmen (Ich bin nun einmal leider nicht mehr so gesund, um zu sagen: ich pfeife darauf u(nd) abenteure auf eigene Faust herum! – ) dies aber beispielsweise dem Kriegsministerium klar zu machen, halte ich für fast aussichtslos, es fehlt mir hierzu – vielleicht nicht gerade an Namen u(nd) Ruf – aber an der gewissen Persönlichkeit, die sich breitspurig u(nd) vaterländisch aufpflanzt.“ – Im Oktober 1914 begleitete Slevogt als Kriegsmaler die 6. Bayerische Armee an die Westfront. Wohl auch aufgrund der großen körperlichen Anstrengungen kehrte er schon Anfang November in die Heimat zurück. – Mittig mit Faltspur, papierbedingt leicht gebräunt.