799: WINTERNITZ, R.,

Kinderscenen aus dem Leben einer Mädchenschule. Mit Text von Professor C. Schwab, für das Pianoforte componiert zur 50jährigen Jubelfeier (17. August 1868) ... des königl. Catharinenstifte. Stuttgart, Schunke für den Komponisten, o. J. (1868). Gr.-4º (33,2 x 26,5 cm). 19 Bl. (die letzten 2 pag.) Titel und Notentext (alles lithografiert). Läd. Hlwd. d. Zt. (20)
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Einzige Ausgabe, kein Exemplar über den KVK und RISM nachweisbar. – In Anlehnung an die berühmten Kinderszenen von Robert Schumann, op. 15, die genau 30 Jahre zuvor, 1838, entstanden sind, hat der sonst nicht bekannte Winternitz diesen Zyklus geschrieben, der in acht Musikstücken von der "Vorbereitungs Classe" bis zur Abschlussklasse, der achten (die dritte und vierte Klasse sind zu einem zusammengefasst) jede der Jahrgangsstufen mit ihrem Ausbildungs – und Entwicklungsstand porträtiert. Die gereimten Texte, die wohl von einem der Lehrer stammen, werden nur bis zur fünften Klasse als Gesang den Noten unterlegt, bei den höheren Klassen sind sie zur Deklamation bestimmt. Geschrieben wurde das Werk anläßlich des 50. Gründungsjubiläums des Stuttgarter Gymnasiums Königin-Katharina-Stift, eine Mädchenschule, das die junge, aus Russland stammende Königin Katharina von Württemberg 1818 ins Leben gerufen hatte. Die Bedeutung des Werks liegt insbesondere darin, dass hier die Pädagogik im Mittelpunkt steht und die Schwierigkeit und der Charakter der Stücke sich entsprechend der Entwicklung der Schülerinnen wandelt. Der Komponist hat den Druck selbst verlegt, und der Ertrag sollte der Schule zugutekommen. Wir konnten nur einen einzigen Nachweis für das Werk finden, im Handbuch der musikalischen Literatur, Bd. VII, 1876, S. LXXIV. Vielleicht war der Komponist ein Verwandter des Komponisten Arnold Winternitz (1874-1928). – Vereinzelte Kleine Bug – und Randeinrisse, tls. etw. fleckig, vor allem der Titel. – Erster Druck in einem Sammelband mit Ausgaben von Händel (Bülow), Jaell, Chopin, Beethoven (Liszt), Döhler, Cramer u. a.