730: HANDSCHRIFTEN – HOFFMANN – "VARIAZIONI PER CEMBALO E VIOLINO

di Giuseppe Hoffmann". Musikmanuskript auf Bütten. Wohl Wien, um 1800. Qu.-4º (23,4 x 32 cm). 2 Stimmhefte. 5; 2 nn. Bl. 16 Zl. schablonengezogene Notenlinien. Alte Fadenbindung, ohne Einband. (118)
Startpreis: 400 - 600,- €


Ein bislang unbekanntes Werk des Wiener Violinisten Joseph Hoffmann (1764-1843), der der kaiserlichen Hofkapelle angehörte. Hoffmann studierte 1785-87 auf Geheiß Kaiser Josephs II. bei Pietro Nardini (1722-1793) in Florenz. Dieser bezeichnete ihn als den „begabtesten“ seiner oft höchst talentierten Schüler. Die ungleichmäßige und flüchtige, aber nicht korrigierte Abschrift erfolgte durch einen Carl Kaltenbach, der sich unten rechts auf dem Titel nennt (in derselben Tinte wie die übrige Handschrift); dazu am unteren Rand der runde kleine Stempel der Wiener Sammlung Erich Franz Fiala (Lugt 926b).

Bei der Komposition handelt es sich um 8 Variationen über ein (wohl) eigenes Thema in Es-Dur, ein für beide Instrumente recht virtuoses, für die Violine auch technisch anspruchsvolleres Werk. Die Besetzung mit einem Cembalo deutet auf eine Entstehung vor 1800 hin, vielleicht bald nach den Studienjahren bei Nardini (also um 1790). Die Abschrift dürfte um 1800/10 erfolgt sein. Zu Lebzeiten wurde kaum ein Werk Hoffmanns gedruckt; RISM verzeichnet nur zwei Werke der Kammermusik, ein Trio und ein Quintett. Die Wiederentdeckung Hoffmanns hat erst in unserer Zeit begonnen, 2007 erschienen in Winterthur Erstdrucke dreier Streichquartette, wozu die Herausgeber kommentierten: „Kaum eine Entdeckung in jüngerer Zeit dürfte die Quartett-Literatur glücklicher bereichern als die vorliegenden Werke des Wiener Geigers Hoffmann. Sie mögen Eingang ins Repertoire finden.“ – Leicht gebräunt und fleckig. – Unbeschnitten.