144: ZENO, A.,

Gelehrter (1668-1750). 8 e. Br. mit e. U. (tls. abgekürzt "A. Z."). Coscigliano (?), 5. 11. 1703 und Wien, 25. 5. 1720 bis 9. 5. 1722. Zus. 20 S. Ca. 20,3 x 14,2 – 24,8 x 17 cm. – 7 Doppelblätter, davon 4 Briefe mit Siegel(rest) und Adresse. (35)
Startpreis: 700 - 1.000,- €


An seinen „Carissimo Amico“, den Mediziner und Naturforscher Antonio Vallisneri in Padua, mit dem der nicht zuletzt als Operndichter bekannt gewordene Apostolo Zeno das „Giornale de‘ Letterati d’Italia“, die erste kritische Literaturzeitschrift Italiens, herausgab; weitere Mitherausgeber waren Scipione Maffei und der in den Briefen öfter erwähnte Bruder Zenos, der Geistliche Pier Caterino Zeno. – Mit Ausnahme des ersten stammen die Briefe aus der Zeit nach seiner Berufung als Hofdichter und – historiker in Wien (1718) und dienen vor allem dem literarischen und gelehrten Austausch; auch „il nostro Giornale“ wird wiederholt erwähnt.

Zunächst berichtet Zeno über sein gutes Leben in Wien (15. 6. 1720): „… Non ho che scrivervi, se non dirvi che godo perfetta salute, e che ho vera vita riposata e tranquilla …“, auch erkundigt er sich nach dem Erscheinen von Vallisneris Werk „Istoria della generazione dell’uomo, e degli animali“.

Im nächsten Brief (12. 8. 1720) bedauert er, nichts für einen von Vallisneri empfohlenen Mönch tun zu können, der sich um das Amt des Hofpredigers bemühe: „… nè mai ho proposto, nè mi prenderei la libertà di proporre ad un tanto Monarca il suo Predicatore di Corte …“

In seinem Brief vom 12. 8. 1720 empfiehlt er den nach Padua reisenden kaiserlichen Bibliothekar Johann Benedikt Gentilotti (1672-1725): „In esso ritroverete non so se piu di sapere, o di gentilezza, essendo ornatissimo di tutte quelle doti, che in pochi letterati si trovano, e in tutti dovrebbono andar congiunte … Fategli vedere il Vostro Museo, la Stamperia e Biblioteca del Seminario … e in particolare i galantuomini Professori vostri Colleghi, e nostri communi Amici …“

Die folgenden beiden Briefe (5. 10. 1720 und 9. 11. 1720) nehmen unter anderem wieder Bezug auf Vallisneris „Istoria“; im Brief vom 9. 5. 1722 teilt Zeno unter anderem mit „… non manco di significarvi l’aggregazione fatta di mia persona alla famosa Accademia della Crusca, proposto alla stessa per ordine de quel gran Duca …“ (Großherzog Cosimo III. de‘ Medici). – Die Wiener Briefe sind gedruckt in: Lettere die Apostolo Zeno, cittadino Veneziano, istorico e poeta Cesarea. Venedig 1785, Bd. III, Nr. 507, 509, 515, 519, 522, 526 und 579. – Mit Faltspuren, leicht fleckig, tls. mit hinterlegten Siegelausrissen.