89: LEOPOLD I. – WAPPENBRIEF

mit e. U. von Kaiser Leopold I., gegengezeichnet von Kanzler Johann Hartwig von Nostitz. Deutsche Urkunde auf Pergament. Dat. Laxenburg, 11. 6. 1673. Ca. 32 x 29,3 cm. Mit 2 Initialen, 2 Auszeichnungszeilen, Bordüre aus Federschwüngen und feinen Federzeichnungen sowie Wappengouache, alles goldgehöht, und 8 weiteren Initialen mit reichen Federschwüngen. 10 Bl. Ohne Einband. (10)
Startpreis: 2.000 - 3.000,- €


Kaiser Leopold I. (1640-1705) erhebt Caspar von Schallenfeld in den Freiherrenstand und verleiht ihm damit das Prädikat „wohlgeboren“. – Caspar von Schallenfeld, der 1668 in den Adelsstand erhoben worden war, erwarb 1673 ein Burglehen im schlesischen Auras. Die feine Wappenminiatur zeigt den gevierten Wappenschild mit dem von einem goldenen Löwen und einem Palmbaum bekrönten Oberwappen, umrahmt von einer Bogenarchitektur mit dem habsburgischen Doppeladler im Scheitel sowie den Wappen von Ungarn und Böhmen an den Seiten. – Eine Besonderheit unserer Urkunde stellen die naturalistischen Pflanzen- und Insektendarstellungen in der Bordüre der ersten Seite dar. Die überaus feinen, präzise ausgeführten Schraffuren sprechen dafür, dass sie von einem auch in der Technik des Kupferstiches versierten Künstler stammen.

Literatur: Katalog der Heraldischen Austellung zu Berlin 1882, bearb. von A. M. Hildebrandt, Berlin, Heymann, 1882, S. 40, Nr. 677, hier als Leihgabe des Heraldikers Friedrich Warnecke (1837-1894); ferner verzeichnet in den Saalbüchern für die Länder der böhmischen Krone im Adelsarchiv des k. k. Ministeriums des Innern in Wien (Band 83, S. 616), vgl. Der Adel der Böhmischen Kronländer, excerpiert von August von Doerr, Prag 1900, S. 158. – Das erste Bl. mit kleiner Wurmspur in der Bordüre, gering gebräunt und etw. berieben, sonst nur leicht fleckig und tls. etw. gewellt. – Breitrandig.