2237: PFERDE UND REITEN –

Paar Reverse-Glass Prints mit Jockeys zu Pferd. Mezzotinto, Glas und Öl. Jeweils mit Titel, Drucker, Ort und Jahr am Unterrand des Bildes. Je ca. 36,8 x 52 cm. – Gerahmt (ungeöffnet; beschädigt). (112)
Startpreis: 600,- €


I: STUBBS, GEORGE (1724-1806; nach), "Skyscraper by Highflyer". Laurie & Whittle, London, 1795.

II: SARTORIUS, JOHN NOST (1759 – um 1830; nach), "Warter". Laurie & Whittle, London, 1802.

Die Technik der Übertragung eines Mezzotinto auf Glas wurde in England im 17. Jahrhundert, kurz nach der Entwicklung des Mezzotinto, erfunden. Anlass war die Zufügung von Farbe zum Mezzotinto und der Anspruch, möglichst nah an den Eindruck eines Gemäldes zu kommen. Hierfür werden die Mezzotintos gründlich mit Wasser durchfeuchtet und anschließend zwischen Papier kurz getrocknet. Inzwischen wird die Glasplatte mit Firnis oder Terpentin versehen und dann der Mezzotinto darauf angedrückt. Vorsichtig, aber gründlich wird das Papier mit den Fingern heruntergerollt, sodass lediglich das Druckerschwarz und einige Papierreste auf dem Firnis stehen bleiben. Diese Oberfläche wird abermals gefirnisst, ehe die Ölfarbe dem Werk seine Farbigkeit verleiht. Um den gemäldehaften Charakter zu unterstreichen, wurden die Glasplatten anschließend gerahmt. Diese Technik erfordert einen erfahrenen Drucker, war aber so populär, dass sich auch Laien daran versuchten. Aufgrund der Fragilität des Bildträgers, sind heute jedoch nur noch selten Exemplare zu finden. Das hierzulande weitgehend unbekannte Druckverfahren wird gelegentlich mit Hinterglasmalerei verwechselt. – Jeweils mit den für diese Technik und das Alter charakteristischen Altersspuren.