764: HAFFNER – FRAGMENT

eines verschollenen Drucks bei Johann Ulrich Haffner in Nürnberg, (PN LXXII, 1755). Sammelabdruck anonym veröffentlichter Cembalostücke, vornehmlich Sonaten. – Vorhanden: S. 7/8 und S. 15-22. Ausgebunden, ohne Einband. (22)
Startpreis: 240 - 350,- €


Nicht bei L. Hoffmann-Erbrecht, Der Nürnberger Musikverleger Johann Ulrich Haffner, auch nicht in den Nachträgen des Autors und von William S. Newman. – Das Fragment ohne Titel und ohne jede Angabe eines Komponisten konnte nur Aufgrund des Druckbildes von uns identifiziert werden. Auch die Plattennummer LXXII sucht man im RISM und andernorts vergeblich, die im IMSLP angegebene Zuordnung stimmt nicht, die Ausgabe mit Sonaten von Breitenstein ist die Nummer 62 (oder LXII). – Unser Fragment enthält vollständig die Sonate A-Dur von Domenico Alberti (op. 1/5, hier in der Folge als „Sonata quarta“ bezeichnet, abgedruckt auf den S. 17-19). Darauf folgt eine „Arietta con XI Variazioni“, ebenso in A-Dur, auch diese vollständig vorhanden. Der bisher unbekannte erste und einzige Abdruck dieses Werks erfolgte ohne Kürzung in Form von elf Variationen; es handelt sich um die bisher nur in Abschrift bekannten Zwölf Variationen A-Dur von Johann Peter Kellner (1705-1772; siehe Claus N04:01, Werkverzeichnis Kellner). Unser Druck könnte vielleicht auch die bisher strittige Frage der Wiederholungsanweisungen in diesem Stück klären. – Am Ende des Fragments, auf S. 22, ist der Beginn der „Sonata Vta“ abgedruckt, ein Presto in A-Dur, das für uns nicht zu bestimmen ist, während das erste Blatt (S. 7) mit einem „Amusette“ bezeichneten Satz einsetzt, auch dieser über die Inciptit-Suche bei RISM-online nicht zu identifizieren. – Unbeschnitten, Ränder etw. gebräunt.

Beiliegt ein weiterer verschollener, leider auch inkompletter Druck: Das zweite Heft der „VI Allemandes, composées et arrangées pour le piano-forte, Oeuvre 18“, erschienen in Wien und Leipzig bei Hoffmeister (Bureau de Musique). Das erste Heft davon druckte Breitkopf & Härtel in Leipzig (RISM A/I G 7, nur zwei Exemplare bekannt: München, BSB und Brüssel, Königl. Konservatorium). Unser Exemplar nur mit den Deckblättern (Titel und Seiten 1 und 6, die S. 2-5 verloren).