Aus den Einlieferungen zur kommenden Auktion 68

Einzelblätter

 

 

Illuminierte Antiphonarblätter, um 1500.

 

Missale speciale Augustense. Augsburg, E. Ratdolt, 1505. Fol.

 

Aus der Bibliothek des Herzogs Robert von Parma

Mit altkolor. Kanonholzschnitt, altkolor. Wappenholzschnitt und

großer Druckermarke, beide in Zweifarbendruck, sowie einigen

großen, zweifarbig gedruckten schwarzgrundigen Initialen (eine

altkoloriert). 9 nn. Bl., num. Bl. I-XXVI, 5 nn. Bl. (der nicht

num., auf Pergament gedruckte Kanonteil entspricht fol.

XXVII-XXXI), num. Bl. XXXII-XCIII.  E Blindgepr. Schweinsldr. d.

Zt. auf Holzdeckeln (etw. fleckig, beschabt und bestoßen) mit

ziselierten Eck- und Mittelbeschlägen (hinterer fehlt) sowie zwei

intakten ziselierten Messingschließen. Eines von vier bekannten Exemplaren.

Schätzpreis 30.000,- €

Zeiller, M – Fidus Achates, qui peregrinationis atque  itineris sui socium & comitem … accurate & solicite monet.

 

E Germanico Latinus factus a quodam Apodemophilo. (Amsterdam, Janssonius, 1658). 12°. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel, Wappenkupfer auf dem Titel verso, 135 (statt 138; 133 doppelblattgr., 2 gefalt.) Kupfertafeln und gefalt. Kupferstichkarte. 5 Bl., 672 S. (ein Bl. zwischengeb.), 69 Bl. (Register).  Pgt. d. Zt. (Rücken gebrochen, fleckig). Fauser LXXXIV. Wüthrich IV, S. 7. – Vgl. Stagl 104. – Einzige illustrierte Ausgabe. Das „Reißbuch“ von Martin Zeiller war zuerst 1632 und 1640 in Straßburg erschienen und „bildet die Grundlage zur ‚Topographia Germaniae‘ von Matthaeus Merian“ (Wüthrich IV, S. 3). „Dem Verleger war es offenbar nur darum zu tun einen geeigneten textlichen Rahmen für eine Abbildungsserie von deutschen Städen zu finden. Für die Illustrierung des Itinerarium Germaniae holte er alle Vorlagen aus den Merianischen Topographien“ (Fauser). – Der gestochene Titel lautet „Itinerarium Germaniae & regnorum vicinorum“, dort findet sich auch der Druckvermerk. – Mit Ansichten und Plänen u. a. von Amsterdam, Augsburg, Brüssel, Frankfurt, Heidelberg, Prag und Würzburg (die beiden letzen jeweils auf zwei Tafeln gedruckt). – Es fehlen die Ansichten von Bamberg, Coburg und Nürnberg.  Titel mit hs. Besitzvermerk, Tafeln tls. bis zum Bildrand beschnitten, gering fleckig, leicht gebräunt.

 

Schätzpreis 6000,- €

Kircher, A., Ars magna lucis et umbrae, in X. libros digesta.

 

 

Editio altera priori multo auctior. Amsterdam, Janssonius undWeyerstraets Erben, 1671. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Portr., 4 Kupfertafeln, davon eine gefalt. und ausklappbar, 43 (4 ganzseit.) Textkupfern und über 400 Textholzschnitten. 15 Bl., 810 (recte 710) S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. berieben, leicht fleckig).

Dünnhaupt 7.2. De Backer-S. IV, 1050, 9. Ferguson I, 466. Brockett 6731. Tissandier 8. DSB VII, 357.

– Zweite, zugleich letzte Ausgabe der großangelegten „Abhandlung über optische Phänomene, Fluoreszenz, Farben- und Strahlungslehre, Lichtbrechung, Parabolspiegel, Astronomie usw., dabei auch die früheste Andeutung des Prinzips einer Laterna magica“ (Dünnhaupt zur EA 1646); ferner Ausführungen zu Sonnenuhren, Flugmaschinen, das Mikroskop und manch anderes mehr.

Alles in zehn Büchern systematisch geordnet dargeboten, mit welcher Einteilung Kircher auf die Harmonie der altgriechischen zehnsaitigen Lyra, die Bedeutung der Zehn bei Pythagoras als Zahl der Vollkommenheit und die zehn kabbalistischen Emanationen Gottes anspielt und damit seine Absicht sehr selbstbewußt klarmacht, „Die große Kunst vom Licht und vom Schatten“ solle nichts weniger sein als eine wirklich alles umfassende, enzyklopädische Optik oder Lichtkunde (heute hieße so ein Werk „Licht – Die Biographie“).

– Fußsteg des zweiten und dritten Fünftels des Bandes mit stärkerem, wenigeBlätter am Seitensteg mit schmalem, leichten Wasserrand; durchgehend gleichmäßig gebräunt, etw. braunfleckig. – Vollständiges Exemplar mit allen Tafeln in ordentlichem Zustand von hervorragender Provenienz: ursprünglich aus der Bibliothek von Theodor Zwinger (1658-1724) aus der alten Basler Ärztefamilie, Professor der Eloquenz, der Physik, der Anatomie und Botanik, der praktischen Medizin und Archiater (hs. Eintrag auf dem Basileensis (der heutigen Univeritätsbibliothek Basel) übergegangen, die es trotz des berühmten Vorbesitzers wiederum später veräußerte (Besitz- und Verkaufsstempel auf dem Titel verso).

Schätzpreis 6000,- €

Der früheste Textzeuge eines Werks von Dioskurides – 

 

Zwei Blätter aus einem frühkarolingischen Manuskript mit Texten zur Herstellung und Wirkung verschiedener Arten von Wein aus dem 5. Buch der Materia Medica des Dioscurides.

Lothringen, frühes 9. Jhdt.

 

Musik

 

Aus unserer Musikabteilung mit Rarissima und Entdeckungen der Musik von ca. 1750-1830. Die Einlieferung einer größeren Musikaliensammlung offenbart Sensationelles. Unter zahlreichen unbekannten oder verschollenen Notendrucken mehr oder minder bekannter Komponisten fand sich auch eine äußerst frühe Abschrift von Mozarts berühmter Alla-turca-Klaviersonate (A-Dur, KV 331). Da das Autograph dieser Sonate lediglich in Bruchstücken überliefert ist, liegt hier demnach die früheste bekannte komplette Fassung der Sonate vor. Dies haben uns die Mozartforscher Dexter Edge und Wolf-Dieter Seiffert bestätigt, denen es gelungen ist, den Kopisten durch Vergleiche zu identifizieren. Unsere Abschrift ist daher noch in die Zeit vor dem Wiener Erstdruck von 1784 zu datieren und enthält einige erhebliche Abweichungen zur Druckfassung.

 

Schätzpreis 25.000,- €

Fotografie

 

Fotografie vom Hitler-Ludendorff-Prozess:  Eine Fotoaufnahme vom 1. April 1924, die die gesamte Gruppe der Angeklagten des Hitler-Ludendorff-Prozesses zeigt. Das Bild dürfte im Hof der Zentralen Infanterieschule der Reichswehr in München vor Prozessbeginn entstanden sein. Ein höchst bedeutendes historisches Dokument mit originalen Signaturen. Die von Heinrich Hoffmann angefertigte Aufnahme zeigt nicht nur einen größeren Personenkreis als die bisher bekannte Fassung im Bundesarchiv, sondern trägt zudem auf der Rückseite einen montierten Papierbogen mit den originalen Signaturen aller zehn anwesenden Angeklagten: Hitler, Ludendorff, Röhm, Pernet, Weber, Frick, Kriebel, Pöhner, Brückner und Wagner.

In dieser Form ein einmaliges Dokument von hohem historischen Rang.

 

Schätzpreis 10.000,- €

Orient

 

Zahlreiche Stücke turkmenischen Schmucks aus einer bekannten Münchener Sammlung  (19. bis frühes 20. Jhdt). Darunter Armreife, Ohr- und Nasenringe, Brust- und Rückenplatten, Ringe und zahlreiche Zopfanhänger. Meist Silber, vergoldet und mit Karneolen verziert.