936: GIULIANI, M.,

Marie Louise au berceau de son fils. Romance pour le clavecin ou guitarre, Op. 27. Wien, Artaria, o. J. (Plattennr. 2155; 1811). Fol. 1 Bl, 5 S. (Titel mit großer figürlicher Vignette, gestoch. Text in der Pag. und gestoch. Noten). Lose Lagen, ohne Einband. (8)
Schätzpreis: 200,- €
Ergebnis: 100,- €


Erste Ausgabe. – Th. F. Heck, Mauro Giuliani – Virtuoso Guitarist and Composer, Columbus, Ohio, 1995, S. 49 und 198. MGG XVI, 477. – Eine Gelegenheitskomposition für drei Gesangsstimmen und Klavier oder Gitarre (beide Instrumente in unterschiedlichen Partien notiert) zur Geburt des Sohnes Napoleons, Napoléon-François-Joseph-Charles Bonaparte, geboren am 20. März 1811 in Paris, aus Napoleons zweiter Ehe mit Marie-Louise von Österreich. – Der Italiener Mauro Giuliani ist einer der wichtigsten Begründer der neueren Gitarrenmusik und wirkte ab 1806 in Wien, wo er als Virtuose seines Instruments konzertierte und eine Vielzahl von Kompositionen publizierte, vornehmlich für die Gitarre. Als Vokalwerk, bei dem die Gitarre, falls nicht ersetzt durch ein Klavier, nur begleitende Funktion innehat, fällt die vorliegende Huldigungsmusik aus dem Rahmen von Giulianis übrigem Schaffen. Der Komponist wurde in der MGG zunächst "übersehen" und erscheint erst im Supplement, obwohl sich schon bei Eitner ein – allerdings abwertender – Artikel über ihn findet. – Die reizende große Titelvignette, die die Kaiserin vor der Wiege ihres Sohnes zeigt, stammt von dem Wiener Kupferstecher Joseph Georg Mansfeld. – Leicht fleckig und gebräunt, unbeschnitten.