92: EBNER – TEILNACHLASS

des Malers Hans Ebner (1886-1960). Mit 3 Skizzenbüchlein und ca. 20 Skizzen auf losen Blättern in verschiedenen Techniken (meist kleine Formate); ferner ca. 20 Briefe (zus. ca. 50 Seiten) und 5 Brief – oder Postkarten von verschiedenen Absendern, darunter Franz Burger, Elisabeth Bruckmeyer und Alfred Zangerl, aus der Zeit von 1902-20. Verschied. Formate. (53)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 2.600,- €


Hans Ebner stammte aus Grieß am Brenner und besuchte von 1905 bis 1907 die Staatsgewerbeschule in Innsbruck. Danach ging er in München zunächst an die Malschule von Moritz Weinhold, ehe er sich an der Münchener Akademie einschreiben konnte. Er war 1926 Gründungsmitglied der Secession Innsbruck. Bekannt ist er vor allem für Tiroler Landschaften und bäuerliche Motive, wobei er insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg auf der Höhe der Zeit Einflüsse des Expressionismus, Kubismus und Futurismus aufnahm. Zuletzt lebte er in Dießen am Ammersee.

Unser Teilnachlaß umfaßt ein kleines Skizzen – und Notizbüchlein (ca. 1919-1921), überwiegend mit Figurenstudien in Bleistift, sowie ein Heft mit Aquarellen und Bleistiftskizzen, darunter Porträts (eines datiert 1927).

Einige Briefe in seinem Nachlaß geben Aufschluß über Details der wenig bekannten Biographie von Hans Ebner, so ist das beiliegende Kuvert eines Briefes aus der Zeit des Ersten Weltkrieges adressiert an Hans Ebner als Leutnant im 4. Tiroler Kaiserjäger-Regiment. Insbesondere zu erwähnen ist ein Brief von Franz Burger (1857-1940), eines Lehrers an der Staatsgewerbeschule in Innsbruck, an die Mutter von Hans Ebner. Er schreibt, der Sohn sei "ein sehr talentirter, braver, fleißiger u. wolanständiger, bescheidener junger Mann" und rät, daß er in München zunächst die Privatschule von Moritz Weinhold besuchen solle, ehe die Aufnahme in die Akademie gelingen kann.

Der junge Alfred Zangerl (1892-1948), der später in die USA auswanderte, berichtet auf einer Postkarte, dat. laut Poststempel 22. 11. (19)19), über sein Leben in München: "… radiere u. lithographiere gegenwärtig in der Debschitzschule, hoffe jedoch im Dezember wieder zu Hofmann zu gehen … Kunstverkauf (Markt) allgemein mies." Enthalten sind ferner 4 Briefe der Bremer Malerin und Buchbinderin Elisabeth (Lieschen) Bruckmayer (geb. 1884) und 3 Briefe eines für uns nicht identifizierbaren U. Kähler, ebenfalls ein junger Künstler, der 1907 seine Eindrücke von der Ausstellung in der Münchener Akademie schildert und 1912 ausführlich über die Ausstellung der Münchener Secession berichtet. – Meist nur leichte bis mäßige Altersspuren.