914: PAGANINI, N.,

24 capricci per violino solo composti e dedicati agli artisti. Op. Ia. Mailand, Ricordi, o. J. (Plattennr. 403; 1820). Gr.-4º (32,2 x 25,3 cm). 46 S. (Titel in Pag. und Notentext, alles gestochen). Pp. d. späteren 19. Jhdts. (etw. beschabt und bestoßen). (114)
Schätzpreis: 1.000,- €
Ergebnis: 1.300,- €


Seltene erste Ausgabe des ersten gedruckten Werks von Paganini. – MGG X, 629. Kat. Slg. Hoboken S. 118. M. R. Moretti, A. Sorrento, Catalogo tematico delle musiche di Niccolò Paganini, Genua 1982, M.S. 25. – Eines der Schlüsselwerke des Instrumentalvirtuosentums im frühen 19. Jahrhundert, von erheblicher Wirkung auf die gesamte Entwicklung dieses Genres, nicht nur im Bereich der Streichinstrumente, sondern vor allem auch auf das Schaffen der großen Klaviervirtuosen wie Chopin, Thalberg und Liszt. Paganini hat sein Opera prima erst im Alter von 38 Jahren veröffentlicht und es auf seinen zahlreichen Konzertreisen niemals gespielt. Entstanden ist es wohl seit 1817, soweit nachweisbar, doch hat er manche dieser "Etüden" vielleicht schon wesentlich früher komponiert. "Paganini schafft mit seinem Werk die Grundlage für die Entstehung der romantischen Konzertetüde, die eine außerordentliche technische Perfektion erfordert und im Klavierwerk Liszts ihren Höhepunkt erreicht. Das Neuartige an Paganinis Capricci liegt jedoch nicht nur im instrumentalen, sondern auch im musikalischen Bereich. Auf der einen Seite sind sie von äußerster, bis an die Grenzen des Möglichen gehender Virtuosität, auf der anderen Seite aber auch von völlig neuer künstlerischer Vollkommenheit. Musikalische Substanz und technische Schwierigkeit unterliegen … höchsten Ansprüchen und verschmelzen zur organischen Ganzheit eines Kunstwerks, das einen Hauch schöpferischen Lebens spürbar werden lässt und die technischen Schwierigkeiten der Ausführung vergessen macht" (aus dem Vorwort von Alberto Cantù und Ernst Herttrich zur kritischen Neuausgabe bei Henle, München 1990). – Über den KVK nur zwei Exemplare in Wien (ÖNB) nachweisbar, weitere sechs im italienischen OPAC SBN verzeichnet. – Titel mit kleinem Stempel im unteren Rand und angefalzt; einzelne Ränder mit hinterlegten Läsuren, stellenw. leicht bis stärker fleckig und gebräunt (besonders der Titel). – Nachgebunden die sehr seltene Ausgabe der "Douze solos pour le violon (d’une difficulté modereé)", das Opus 9 von Hubert Ries, erschienen bei Trautwein in Berlin (ohne Jahr; 1831). Vorhanden die Lieferungen II-III (von 3) mit dem Titelblatt der ersten Lieferung. Dieses Werk des Bruders von Ferdinand Ries wurde beim Erscheinen unter anderem von Rellstab sehr wohlwollend besprochen (Iris im Gebiete der Tonkunst, 1831, S. 106).

Rare first edition of Paganini’s first printed work. – Paganini did not publish his Opera Prima until he was 38 years old and never played it on his numerous concert tours. It was probably composed in 1817, as far as can be proved, but some of the pieces may have been written much earlier. – Only 2 copies can be traced in Vienna via the worldwide catalog, another 6 are listed in the Italian OPAC SBN. – Title stamped and with backed inner margin, sporadic backed marginal tears, partially tanned and soiled to various degrees. – Rebound: Ries, H., Douze solos pour le violon (d’une difficulté modéreé). Part I and II (of 3). Berlin, Trautwein, no year (1831). – Very rare edition. – Late 19th century cardboards (somewhat scuffed and bumped).