904: BAYERN – FORTITUDO LEONINA

in utraque fortuna Maximiliani Emmanuelis. München, Hauser für Maria Susanna Jaecklin, 1715. Fol. Mit gestoch. Titel von F. J. Späth nach C. D. Asam, 13 gestoch. Portrs. nach Asam, doppelblattgr. gestoch. Ansicht der Residenz von A. M. Wolffgang und J. A. Corvinus nach Asam, 40 runden emblematischen Textkupfern, 25 halbseitigen Textkupfern von E. Remshart nach Asam und 2 gestoch. Stammtafeln von G. Bodenehr. 15 Bl., 232, 124 S. Holzdeckelband d. Zt. mit breitem blindgepr. Rücken und 2 erneuerten Schließen (etw. beschabt, leicht fleckig). (199)
Schätzpreis: 1.500,- €


Erste Ausgabe. – Pfister I, 685. Maillinger I, 834. Lentner 847. Lipperheide Da 32. Landwehr 194 (nennt als einziger eine zusätzliche Tafel von Harrewyn). Praz II, 98. – Vgl. FdF 1853 (Parallelausg. bei Gastl in Regensburg). – Eines der schönsten Bücher des Münchner Barock, verfaßt von einem anonymen Jesuitenkollegium zur Wiedereinsetzung Max Emanuels 1714. – "Mit diesem Prachtwerke, worin historische Darstellungen mit Oden und epischen Gedichten wechseln, haben die Jesuiten der oberdeutschen Provinz die Rückkehr Max Emanuels gefeiert … und in der Zeichnung seines Lebensbildes hat die höfische Schmeichelei den Gipfel erstiegen" (Riezler VIII, 627-628). – Die prachtvolle doppelblattgroße Tafel zeigt die Westfassade der Münchner Residenz mit dem nicht ausgeführten Reiterstandbild des Kurfürsten, daneben eine Tafel mit kleinen Ansichten der Kollegien Amberg, Burghausen, Ingolstadt, Landshut, Landsberg, München, Mindelheim, Straubing, Öttingen, Regensburg, Biburg und Ebersberg. Die großen Kupfer im zweiten Teil zeigen, eingefaßt von reichem Zierwerk und Schriftbändern, meist Schlachten des Kurfürsten und Sternbilder, teilweise mit kleinen Stadtansichten von Wien, Ingolstadt, Gran, Buda, Venedig, Belgrad und Namur. – Zusätzlich eingebunden ist am Ende ein Blatt mit der Genealogie von Kurfürst Karl Theodor. – Die erste Lage vom Block gelöst, anfangs mit kleinen Wurmspuren im Bug, die Porträts oben tls. knapp beschnitten (Herzog Otto etw. über den Bildrand), leicht fleckig.

First edition. – One of the most magnificent books on Munich Baroque, authored by scholars from an anonymous Jesuit college on the occasion of Max Emanuel’s reinstatement in 1714. – A leaf with the genealogy of the Electoral Prince Karl Theodor bound in additionally. – Portrait of Herzog Otto trimmed to just inside plateline at top, otherwise only occasional light stains, but generally a fine copy. – Contemporary blindpressed half pigskin on wood with two working clasps (lightly scratched).