891: HANDSCHRIFTEN – BACH – KLINGLER, K.,

Violonist (1879-1971). E. Musikmanuskript "Joh. Seb. Bach. Präludium und Fuge (f-Moll) aus dem wohltemperierten Klavier II. Teil für Streichtrio eingerichtet" mit drei Signaturen. Nicht dat. (wohl München, um 1950/60). Fol. (29,6 x 21,1 cm). 7 nn. Bl. mit ca. 10 S. Notentext (drei Stimmen: Violine, Viola und Violoncello). Lose Doppelbl. ohne Einband. (114)
Schätzpreis: 600,- €


Der große Geigenvirtuose und Gründer des berühmten Klingler-Quartetts, legitimer Nachfolger des Joachim-Quartetts, mußte nach dem Zweiten Weltkrieg das Rittergut Krumke in der Altmark verlassen. Die Familie zog 1949 nach München, wo Klingler sich viel mit Bach beschäftigte, komponierte und Bearbeitungen schuf. Ein Zeugnis dieser Tätigkeit ist die vorliegende Einrichtung der dreistimmigen Fuge BWV 881 für Streichtrio. Wie Vergleiche erweisen, stammt der gesamte Text von Klinglers eigener Hand, die drei Kopftitel sind zudem signiert. Daß diese Bearbeitung dem privatem Musizieren im Freundeskreis diente, erweist ein Zusatz von anderer Hand in Bleistift auf dem Deckblatt: "Margret! Kennst Du das schon? Denn man tau!", (schwer leserlich) signiert "Ta(nte) Ma(rianne)", also von einer Tochter von Karl Klingler. Mit Margret ist nicht Klinglers Frau Margarethe, geborene von Gwinner, Bankierstochter und Erbin des Rittergutes sowie Laienmusikerin, gemeint, die im Familienkreis Gretel genannt wurde, sondern seine Enkelin. – Auf zwölfzeiligem Notenpapier der Firma Star, gegründet 1948. – Deckblatt leicht fleckig.