853: GILARDONE, (CH. H.),

Parodiee, Gedichtches unn prousaische Uffsätz'. Neue Sammlung. Speyer, Neidhard, 1835. 2 Bl., 138 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (Bezug mit kleinen Fehlstellen). (6)
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Heinsius IX/1, 324 (reproduziert im GV XLVII, 153). – Auf dem Gesamttitel als "Zweites Bändchen" bezeichnet; bereits 1832 war eine Gedichtsammlung mit nahezu gleichem Hauptsachtitel erschienen (Parodiee, Gedichtches und prousaische Uffsätz). – Christian Heinrich Gilardone (1798-1874) war in Speyer als Kanzleischreiber tätig. Seine romantischen Dichtungen verherrlichen die pfälzische Heimat. – In Kindheit und Jugend hatte er in seinem Geburtsort Grünstadt die Sprache der pfälzischen Juden (damals pfälzisch-loßnekoutische Mundart genannt) kennengelernt. Seine Publikationen in diesem vor allem von den "Schacherjuden" gesprochenen Westjiddisch sind bis heute für die Mundartforschung von Bedeutung. Angeregt wurde Gilardone von den antijüdischen Komödien, die Heinrich Holzschuher unter dem Pseudonym Itzig Feitel Stern in ostfränkisch-jüdischer Mundart verfaßt hat. Zwar meidet Gilardone deren offen antisemitische Tendenz, bedient sich aber dennoch der – auch für pfälzische Ohren – seltsam klingenden Händlersprache als Mittels der Parodie. – Anfangs mit Tintenflecken, durchgehend leicht wasserrandig. – Sehr selten.