8: IRENIK – BREMEN – "DE EXTREMA UNCTIONE, ORDINE, ET MATRIMONIO."

Lateinische Handschrift auf Papier. Wohl Bremen, um 1630. 4º. Mit kalligraphierten Überschriften, gefalt. Tafel mit schematischer Federzeichnung sowie ganzseit. schematischer Federzeichnung im Text. 1 Bl., 204 S., 4 Bl. (Index). Blindgepr. Hldr. d. Zt. (Deckel mit Knickspur, beschabt). (69)
Schätzpreis: 600,- €


Wohl in Bremen entstandene Handschrift einer Disputation über die Sakramente der Letzten Ölung, der Priesterweihe und der Ehe; sehr ordentliches, in Paragraphen gegliedertes Manuskript in kleiner Antiquakursive. – Unsere Lokalisierung nach Bremen beruht auf der Einordnung des Textes in das Umfeld des nachreformatorischen Diskurses in Bremen: Einen Traktat gleichen Inhalts publizierte der Bremer Prediger Ludwig Crocius (1586 – um 1655) in seiner Disputationensammlung zur Widerlegung der Lehren des Jesuiten Roberto Bellarmino. Die Sammlung erschien 1631 unter dem Titel "Tota theologia polemica Roberti Bellarmini abbreviata", der entsprechende Traktat findet sich auf den Seiten 194-205; Respondent war der aus dem Bergischen Land stammende Gabriel Kolhagen (Leo von Santen, Bremen als Brennpunkt reformierter Irenik, Leiden 2014, S. 135, Anm. 218). – Oben knapp beschnitten, gering fleckig, leicht gebräunt.