704: RATSCHKY, J. F. (VON),

Melchior Striegel. Ein heroischepisches Gedicht. Für Freunde der Freyheit und Gleichheit. Neue verb. Ausg. Leipzig, o. Dr. (Göschen), 1799. Mit gestoch. Frontisp. und 5 Kupfertafeln von W. Jury nach J. H. Ramberg. 275 S. Spät. Hldr. mit Rsch. (gering beschabt). (40)
Schätzpreis: 300,- €
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Erste illustrierte Ausgabe. – Goed. IV/1, 204, 5. Rümann 904. Wernigg 1278. Ebeling II, 366: "Eine unserer besten komischen Dichtungen überhaupt." Füssel 496. Rabenlechner I, 11. Mayer 6522. Lanckoronska/Oehler III, 69 und Abb. 132 und 133. – Erstmals 1793 erschienene Satire auf die Französische Revolution. Gegeißelt werden vor allem die deutschen politischen Verhältnisse; daneben finden sich Angriffe auf das Illuminatenwesen und satirische Bemerkungen über Goethe und Wieland. – Schlossar stößt sich "an so manchen lasciven Wendungen" (ADB XXVII, 370), Lanckoronska und Oehler loben dagegen die "reizvollen Kupfer mit ihren drastischen Szenen und ihrer trefflichen Hogarth-artigen Charakterisierung sowie ihrem niederdeutschen Humor; sie gehören zu Rambergs Meisterleistungen." – Die Verfassung des neuen Freistaates ist in phonetischer Orthographie in den französischen Nationalfarben gedruckt. – Josef Franz von Ratschky (1757-1810) war österreichischer Staatsbeamter. Der "Melchior Striegel" erschien erstmals 1793 bei Schaumburg in Wien. Die Ausstattung der vorliegenden, um zwei "Gesänge" erweiterten Ausgabe, fand Ratschkys Beifall. In einem Brief vom 5. Juni 1799 dankt er dem Verleger, der sich aber wegen der aktualisierten Anmerkungen und Ratschkys kritischen Bemerkungen über die preußischen und sächsischen Kunstrichter nicht traute, seinen Namen auf den Titel zu setzen. Johann Gottfried Seume war als Korrektor von Göschen an der Textgestaltung beteiligt. – Vorsätze minimal leimschattig, gering fleckig und gebräunt. – Dekorativer Einband aus der Charlesworth Masonic Library.