690: HURKA, J. H.,

Aesopoiden. Leipzig, Hartknoch, 1848. 12º. XVIII, 173 S. Pp. d. Zt. (leicht fleckig). (34)
Schätzpreis: 500,- €


Bibliographisch von uns nicht nachweisbar; in öffentlichem Besitz nur im Katalog der Staatsbibliothek Berlin zu ermitteln, jedoch mit dem Hinweis, daß eine Aussage über die Verfügbarkeit derzeit [August 2020] noch nicht möglich sei. – Gedichte nach Art der äsopischen Fabeln aus der Feder von Joseph Herrmann Hurka, einem Arzt. Das Ähnliche bezieht sich dabei nicht auf die Form – Äsops Fabeln sind in Prosa abgefaßt – , sondern auf den Inhalt. Mindestens sechs Proben dieser seiner äsopoiden Dichtkunst hatte Hurka bereits wenige Jahre zuvor an drei Stellen veröffentlicht: im Jahrbuch Libussa II (1843), S. 224-226, und III (1844), S. 132-133, sowie in der Zeitschrift Der Pilger IV (1844), S. (145). In der Sammlung der Aesopoiden, die aus insgesamt 132 solchen Gedichten in Äsops Manier besteht, sind auch diese sechs Gedichte wieder enthalten, da und dort von Hurka jedoch leicht verändert. – Sehr viel früher finden sich im zweiten Band der Bibliothek für Freunde des feinen Geschmacks zur angenehmen Unterhaltung, 1802 bei Daisenberger in Leipzig erschienen, zwei Gedichte, beide mit J. H. Hurka gezeichnet, der ohne Zweifel mit unserem Joseph Herrmann Hurka identisch ist, da einer der beiden Texte, "Die Tulpe und das Veilchen", ebenfalls äsopoid ist. (Dieses Gedicht ist in den Aesopoiden nicht mehr abgedruckt worden.) – Das ist alles, was wir beim jetzigen Stand der uns zur Verfügung stehenden Informationsmöglichkeiten zum Autor, seinem hier vorliegenden Buch und dem Brotberuf und dem dichterischen Schaffen Hurkas sicher sagen können. Vermuten läßt sich nach dem Familiennamen und dem Namen des Trägers der gedruckten Widmung, Fr(iedrich) K(arl) v(on) Watterich, eines auch schriftstellerisch tätigen Kapitäns aus Böhmen, daß Hurka die Tätigkeit eines Mediziners irgendwo im Habsburgerreich ausgeübt hat. Weder läßt sich feststellen, ob er außer den Aesopoiden und den beiden frühen Gedichten weitere poetische Werke hinterlassen hat, noch kennen wir sein Geburts – und Todesjahr. Auf Grund der gegebenen Eckdaten 1802 und 1848 ist anzunehmen, daß Hurka zur Zeit der Veröffentlichung der Aesopoiden mindestens im siebten Lebensjahrzehnt stand. – S. XVII/XVIII als letztes Blatt eingebunden (wohl bereits so ausgeliefert, da dieses Blatt am Bundsteg Spuren des ursprünglichen Broschurumschlages trägt; in unserer Aufnahme ist die Kollation berichtigt), erste und letzte Bl. fleckig, leicht gebräunt.