689: GOETHE – RADZIWILL, A. (H.),

Compositionen zu Göthe's Faust. Vollständiger Klavierauszug von J. P. Schmidt. Eigenthum der Sing-Academie zu Berlin. Berlin, Trautwein, (ohne Plattennr.; Pfingsten 1836). Fol. Mit lithogr. Titel von Hosemann nach Dage. 2 Bl., VIII, 258 S. gestoch. Noten. Pp. d. Zt. (mit Bezugfehlstellen, stärker beschabt und bestoßen). (153)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 440,- €


Erste für den Handel bestimmte Ausgabe. – Goethe-Museum Düsseldorf Nr. 930. Ledebur S. 425. – Nicht bei Hirsch. – MGG X, 1859: "Unter den Faustmusiken größeren Stils nimmt das Lebenswerk Radziwills nicht nur als das erste der Art, sondern als zeitgeschichtlich charakteristisch einen eignen Rang ein. Sie hat dazu beigetragen, ‘das bisher im dicksten Schatten verborgen gewesene Gedicht ans Licht zu bringen’ (Zelter an Goethe 22. Mai 1820). Der Komp. hat mit sicherem Geschick fast allen der Musik zugänglichen Stellen der Dichtung eine individuelle Vertonung angepaßt, entging aber nicht immer der Gefahr, durch Überdeutlichkeit und -ausführlichkeit die tieferen Absichten des Dichters zu durchkreuzen (Domszene) … Alles in allem zeigt sich in Radziwills Faustmusik ‘eine unbefleckte Phantasie, eine sozusagen fürstliche Einfalt, eine Erfindergabe, die die Sache oft an der Wurzel packt’" (Schumann). – Für das postum erschienene Werk erteilte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen ein Nachdruckprivilieg, das, wie schon in der Partitur, hier im Klavierauszug wiedergegeben ist. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, tls. stockfleckig und gebräunt.