61: NEFISCHER – "OFFERTORIUM SOLEM[NIS]

Nro. 1. in C, Nro. 2. in G, Nro. 3. in F von H. H. Carl Nefischer, Schullehrer in Mauthhausen". (Deckeltitel). Musikmanuskript auf kräftigem Bütten. 20 lose Stimmblätter (Doppel- und Einzelbl.), wohl von der Hand eines Kopisten. Mauthausen, um 1840/50. Fol. Lose in Umschlag d. Zt. (etw. lädiert). (135)
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Soweit von uns feststellbar, handelt es sich um Abschriften nach drei unbekannt und unveröffentlicht gebliebenen Vokalkompositionen. Carl Nefischer (1804-1875) war ab 1835 Schulmeister, Mesner und Organist an der St. Nikolauskirche in Mauthausen, nachdem er zuvor in St. Florian und Linz tätig gewesen ist. Seine kirchenmusikalische Arbeit muß sehr fruchtbar gewesen sein, und er hat zum Repertoire der zur Aufführung gebrachten Werke auch selbst einige Beiträge geliefert, darunter drei Messen und vier Requien. Bislang kannte man jedoch nur ein Offertorium in A-Dur. Unsere Vermutung ist, daß es sich bei den drei vorliegenden, bisher unbekannten Offertorien um frühe Werke handelt, die Nefischer in den ersten Jahren nach seiner Anstellung 1835 komponiert hat; dafür spricht auch die noch recht gute Qualität des verwendeten Papiers und eine Preisangabe in "Conv. Mz." (nach dem Konventionsfuß geprägte Münzen waren noch bis um die Jahrhundertmitte gängig, ganz offiziell wurde der Konventionsfuß im deutsch-österreichischen Münzvertrag 1857 aufgehoben). – Hier vorhanden der vollständige Stimmensatz der Offertorien "Protege domine plebem tuam" (c-Moll), "Timebunt gentes nomen tuum" (G-Dur) und "Benedicta et venerabilis es Virgo Maria" (F-Dur), für je vier Singstimmen, Streicher, zwei Klarinetten, zwei Hörner und Orgel; beim ersten Offertorium treten noch eine Flöte, zwei Fagotte, Baßposaune, zwei "Clarini" (Trompeten) und Pauken hinzu, also eine Besetzung, die gewöhnlich hohen Festtagen vorbehalten war. – Wenn diese drei Stücke auch nur der kirchlichen Gebrauchsmusik zuzurechnen sind, bereichern sie doch die Kenntnis des verhältnismäßig reichen Musiklebens in Mauthausen im mittleren 19. Jahrhundert. – Gering gebräunt und fleckig.