60: ERSTER WELTKRIEG – "KRIEGSERINNERUNGEN. 1914."

(Deckeltitel). Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Limbach und Fichtigsthal (Sachsen), 1917-19. Fol. 20 Bl. (davon 3 weiße). Illustr. Umschl. d. Zt. (etw. fleckig). (22)
Schätzpreis: 240,- €
Ergebnis: 140,- €


Aufzeichnungen des jungen Herbert Pöschmann, geboren am 18. 2. 1900 in Limbach (heute Limbach-Oberfrohna, Lkr. Zwickau), begonnen im Oktober 1917. – Pöschmann stellt seinen "Kriegserinnerungen" einen dreiseitigen Bericht über seine Jugend voran. Aus einfachen Verhältnissen stammend, begann er 14jährig eine Ausbildung als Schreiber im Pfarramt und arbeitet dann dort als Expedient. Er schildert die "Freude und Siegeszuversicht" im August 1914. Dann greift er zunächst auf eigene ältere "Tagebuchblätter" vom 23. 7. 1916 an zurück. Man erfährt von vielen Gefallenen, Mangel an Nahrung und Kohle, vom "Schleichhandel", von der Abholung der Glocken, der Einziehung des Vaters und der Hoffnung auf Frieden. Pöschmnn führte die sporadischen Tagebucheinträge fort, bis er im Juni 1918 zum 2. Sächsischen Grenadierregiment eingezogen wurde. Über die letzten Monate des Krieges berichtet er rückwirkend im Sommer 1919. Wegen eines Lazarettaufenthaltes wurde er zunächst zurückgestellt, das Kriegsende und die Revolution erlebte er während eines Nahkampfmittelkurses. – Gering fleckig. – Beiliegt ein Heft mit dem Titel "Kriegstagebuch 1916-19", ebenfalls von Herbert Pöschmann.