595: (BONIN, U. B. VON),

Girrendes Täublein, das ist: Kurze Seufzer eines mit Gott verbundenen Herzens, wodurch dasselbe das Feuer seiner heiligen Liebe zu unterhalten sucht. Neue Aufl. Hamburg, Tramburgs Erben, 1834. Kl.-8º (9,8 x 6,2 cm). 96 S. Hlwd. d. Zt. (leicht berieben). (34)
Schätzpreis: 300,- €
Ergebnis: 300,- €


Wahrscheinlich letzte Ausgabe des nach Kosch (I, 769) erstmals 1711 erschienenen Erbauungsbüchleins des gerade Hofmeister des Erbgrafen von Reuß-Ebersdorf gewordenen Ulrich Bogislaus von Bonin (1682-1752). In zahlreichen Ausgaben und Auflagen aufgelegt, ist der bisher über den weltweiten Katalog nachweisbare späteste Druck der des Jahres 1828 gewesen, ein Girrendes Täublein von 1834 können wir über den KVK nicht ermitteln. – C. R. W. Klose weist in dem von ihm fortgesetzten Schröderschen Lexikon der hamburgischen Schriftsteller unter der Nr. 2877, 12 (= Bd. V, S. 605) das Täublein Johann Gerhard Oncken (1800-1884) zu, dem Begründer der ersten Baptistengemeinde in Deutschland, und Holzmann und Bohatta übernahmen diese Zuweisung in ihr Anonymenlexikon (IV, 4477). Nach einem Textvergleich mit den frühen Drucken aus dem 18. Jahrhundert ist diese Zuweisung jedoch für den allergrößten Teil der "Seufzer" unzutreffend: bis zum 72. Seufzer stimmen die Texte unseres Bändchens mit Bonins Texten überein. Danach folgen im vorliegenden Druck auf den Seiten 77-96 weitere 25 Seufzer und ein Schlußwunsch; nur dieser Teil könnte also von Oncken stammen. Um dies zu verifizieren, müßte geprüft werden, wann die entsprechenden Texte im Girrenden Täublein erstmals auftauchen, was wir hier nicht leisten können. – Sowohl Klose wie Holzmann und Bohatta geben für das Girrende Täublein 1835 als Erscheinungsjahr an; ein Druck dieses Jahres ist derzeit [November 2020] nicht nachweisbar, und das heißt, daß er entweder verschollen ist oder in den zitierten Quellen bei der Jahreszahl 1835 ein Schreibfehler vorliegt und unser Druck von 1834 gemeint ist. – Gleichmäßig leicht gebräunt.