59: WITTELSBACHER – MAXIMILIAN IN BAYERN – "JUBELHYMNE

zur diamantenen Hochzeit Ihrer Königlichen Hoheiten des Herrn Herzogs Maximilian und der Frau Herzogin Ludovica in Bayern. In tiefster Ehrfurcht gewidmet von Franz Bonn und Ludwig Blumschein." Deutsches Musikmanuskript auf starkem Papier. Ohne Ort und Jahr (München 1888). Fol. (30,8 x 22 cm). Farbig kalligraphierter Titel und 2 nn. Bl. Notentext, 1 weißes Bl. (2 Doppelbl.), lose eingelegt in Einbanddecke aus blauer Seide d. Zt. mit Versilberung (Supralibros vorne: "1828-1888" unter Krone, hinteres ornamental), Vorderdeckel mit ornamentaler tls. floraler Silberbordüre (Versilberung tls. abgeplatzt, stellenw. leicht fleckig, kaum berieben und bestoßen). (100)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 750,- €


Herzog Maximilian Joseph in Bayern und Ludovika Wilhelmine von Bayern, Tochter von König Maximilian I. von Bayern, vermählten sich am 9. September 1828 in der Tegernseer Klosterkirche. Aus ihrer Ehe gingen zehn Kinder hervor, darunter Kaiserin Elisabeth von Österreich. Zum 60. Jahrestag ihrer Hochzeit, wenige Tage vor dem Tod des Herzogs am 15. 9. 1888, fanden in München am 9. September 1888 Feierlichkeiten mit dem ganzen königlichen Haus, der kaiserlichen Familie, den städtischen Behörden von München und Bamberg (Maximilians Geburtsort) sowie mit der "großartigsten Beteiligung des Volkes" (Brümmer) statt. – Der Dichter Franz Bonn (1830-1894), eigentlich für Humoristisches bekannt und später sogar von Meggendorfer illustriert, lieferte den reichlich pathetischen Text in drei Strophen, den der Münchener Königliche Hoforganist und exzellente Klavierspieler Ludwig Blumschein vertont hat. Auch er war als Komponist überwiegend der leichten Muse zugetan, zahlreiche seiner Tänze für Klavier sind im Druck erschienen. Wie die Bamberger Neuesten Nachrichten vom 8. September 1878 berichten, hatte Blumschein schon zur Goldenden Hochzeit des herzoglichen Paares einen Marsch geschaffen und dafür die goldene Medaille erhalten. Zehn Jahre später folgte das vorliegende Vokalwerk für Singstimme und Klavier in D-Dur, nur 16 Takte lang ("Schmückt mit Kränzen reich die Hallen …"). Die Vertonung erfolgte dem Anlaß gemäß als feierlich-getragene Hymne in homophonem Satz. Die Handschrift ist druckgleich von einem Kalligraphen abgefaßt worden, doch ist eine Drucklegung nie erfolgt – das Werk geriet dementsprechend in völlige Vergessenheit. – Vor allem im oberen und unteren Rand leicht fleckig. – Unikat aus Wittelsbacher Besitz.