55: MOZART – REQUIEM – "MESSA DI REQUIEM

Al quattro voci Del Sig. Maestro Mozart". Musikmanuskript auf Papier. Nicht dat. (wohl Italien, um 1825/30). Qu.-4º (22,2 x 28,5 cm). 95 nn. Bl. (und vier unbeschriebene zwischen "Hostias" und "Sanctus"). 12-16 Zln. Mod. Lwd. (geringe Gebrauchsspuren). (70)
Schätzpreis: 1.200,- €
Ergebnis: 600,- €

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Die vorliegende, wohl in den 1820er Jahren in Italien entstandene Abschrift von Mozarts unvollendetem Requiem, Köchel 626, mit den Ergänzungen Franz Xaver Süßmayrs, in die komplexe Überlieferungsgeschichte verschiedenster Versionen und Revisionen, die im frühen 19. Jahrhundert im Umlauf waren, genauer einzuordnen können wir hier leider nicht leisten. Viele Unterschiede zur Leipziger Partitur-Erstausgabe zeigen indessen, daß sie von dieser nicht oder nicht unmittelbar abhängig ist, obwohl sie mit ihr gemein hat – im Gegensatz zu Mozarts Autograph – , daß auch hier eine weitgehende Zuweisung des Posaunen-Solos im "Tuba mirum" an das erste Fagott erfolgt. Es ist davon auszugehen, daß unser Manuskript und der Erstdruck in getrennten Filiationen auf e i n e – möglicherweise unbekannte – Vorlage zurückgehen. Interessant ist weiterhin, daß sich vor den Schlußsätzen, die komplett von Süßmayr stammen und mit dem "Sanctus" einsetzen, vier Blätter mit vorgezogenen Notenlinien befinden, allerdings ohne Musiknotation. Wurde hier nur ein Abstand gelassen, um Mozarts Musik von den fremden Ergänzungen auch optisch deutlich abzusetzen, sozusagen aus Pietät, oder sollten noch Eintragungen, welcher Art auch immer, erfolgen? Auf dem Verso des letzten Blattes davor, am Ende des "Hostias", findet sich, ebenfalls bemerkenswert, der Vermerk "Si replica dal [Anfangsmarkierung] al [Endmarkierung] che trovasi nel no. 8." Im Autograph hatte Mozart "Quam olim da capo" notiert, womit er anwies, die Chorfuge "Quam olim Abrahae" aus dem vorhergehenden Satz hier notengetreu zu wiederholen (seine wohl letzte Tat am Requiem; diese Notiz wurde 1958 aus der Originalpartitur herausgerissen und gestohlen). Unsere etwas anders formulierte Angabe bezieht sich mittels Kennzeichnung des Wiederholungsbereichs exakt auf diese Stelle. – Das Papier, teils Bütten, teils Velin, mit dem Wasserzeichen "D. Giovanni G.", stammt wohl von einer Neapolitaner Papiermühle. Papier mit diesem Wasserzeichen hat unter anderem auch Gaetano Donizetti verwendet; es wird gewöhnlich in das zweite Viertel des 19. Jahrhunderts datiert. – Stellenw. etw. fleckig und gebräunt.

Musical manuscript on paper. Not dated (probably Italy, around 1825/30). Oblong 4º (22,2 x 28,5 cm). 95 unnumbered leaves (and 4 blank ones between "Hostias" and "Sanctus"). 12-16 lines. Modern cloth (minor traces of use). – The paper, a mix of laid and wove, with the watermark "D. Giovanni G.", probably from a Neapolitan papermill. Gaetano Donizetti was one who used this paper as well; it is usually dated to the second quarter of the 19th century. – Partially somewhat stained and browned.