540: TOTENGESPRÄCH – (FASSMANN, D.),

Gespräche in dem Reiche derer Todten. Mischaufl. Tle. 209-224 (von 240) in einem Bd. Leipzig, Deer, 1736-37. 4º. Mit 16 gestoch. Frontisp. 1224 S., 4 Bl. (Register). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rücken und Gelenke leicht brüchig, Bezug mit kleinen Fehlstellen und etw. beschabt). (11)
Schätzpreis: 250,- €
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Ergebnis: 125,- €


Entrevuë 213-216 in zweiter Auflage, die übrigen Stücke in erster Ausgabe. – Hayn/Gotendorf II, 602. FdF 1750. Jantz 956 (alle nicht vollständig). Holzmann/Bohatta II, 7324. Diesch 500a (Nachtrag). Kirchner 1608. – "Wichtige Fundgrube zur Chronique scandaleuse und von nicht geringem politischem und kulturgeschichtlichem Interesse" (Hayn/Gotendorf). – Totengespräche sind fiktive Unterhaltungen von zwei oder mehr historischen Persönlichkeiten oder mythischen Gestalten im Jenseits. Lukian hat derlei Gespräche im zweiten nachchristlichen Jahrhundert ins Leben gerufen, von den Humanisten wurden sie wiederentdeckt und erlebten dann in der Zeit der Aufklärung ihre große Renaissance und Hochblüte. Die Totengespräche David Fassmanns (1683-1744), der Mitglied des Tabakskollegiums von Friedrich Wilhelm I. gewesen ist und als Narrenrivale Gundlings auftrat, vereinigten Robert Prutz zufolge alles, was das damalige Leben an pikanten und lockenden Effekten hervorgebracht hatte. – Titel tls. knapp beschnitten, etw. fleckig, papierbedingt gebräunt.