5232: SCHWIND, MORITZ VON

(Wien 1804-1871 Niederpöcking; Zuschreibung), Illustration zu einem Sagen – oder Märchenzyklus. Bleistiftzeichnung auf Velin. Nicht sign., bezeichnet und dat. (um 1850). 30,5 x 37,8 cm. – Unter Passepartout. (90)
Schätzpreis: 600,- €


Die großformatige Zeichnung gewährt Einblick in einen dichten Wald. Hier ist ein Ritter dabei, einen Baum zu fällen, vor den sich schützend eine Nymphe wirft. Andere Waldfeen ergreifen erschrocken die Flucht. Das Rittergewand des Helden und sein geflügelter Helm lassen an die Darstellung eines Siegfried oder Hagen von Tronje denken, allein die Schar der Nymphen stimmt nicht zu dieser Thematik. – Das Sagenhafte und die Naturdarstellung entsprechen ganz dem Geist der Zeit der Romantik, zu deren bedeutendsten und populärsten Vertretern Moritz von Schwind zählt. Für Schwinds Hand sprechen neben dem Sujet auch die Wiedergabe der Bäume mit ihren Astlöchern und Wurzelverzweigungen. In der detailreichen Ausführung der Figuren, vor allem des Ritters, sind noch Änderungen in der Haltung oder den Gewändern im Zeichenprozeß zu erahnen. – Verso befindet sich eine kleine Skizze zur Bildanlage der Vorderseite. – Mit hinterlegten Randeinrissen und leichten Knickspuren, etwas unregelmäßig beschnitten, gering gebräunt und minimal fleckig.