52: SCHLESIEN – "KURZE AUFZEICHNUNGEN ÜBER MEINE FUSSREISEN IM SCHLESISCHEN GEBIRGE – SUDETEN.

Vom Jahre 1837 bis 1885 von Hermann Neuling". Deutsche Handschrift auf Papier. Breslau, Ende 19. Jhdt. Ca. 22 x 19 cm. Mit 5 Aquarellen, kolor. Lithogr. und Beichtzettel (alles eingebunden). Ca. 100 Bl. Hlwd. d. Zt. mit mont. kolor. Lithogr. auf dem Vorderdeckel (beschabt und bestoßen). (21)
Schätzpreis: 500,- €
Ergebnis: 250,- €


Hermann Neuling (Lebensdaten konnten wir nicht ermitteln) ist nachweisbar als Verfasser des zuerst 1884 erschienenen Bändchens "Schlesiens ältere Kirchen und kirchliche Stiftungen nach ihren frühesten urkundlichen Erwähnungen". – In unserem Manuskript verzeichnete er in ordentlicher Kurrentschrift seine botanischen Exkursionen, Ausflüge und Reisen, meist mit Bemerkungen zu den Routen, zur benötigten Zeit und besonderen Eindrücken. Dabei konnte er wohl auf ältere Notizen zurückgreifen. Die Reiseaufzeichnungen lassen auch darauf schließen, daß er sich nach seiner Ausbildung in Apotheken in verschiedenen schlesischen Orten (Waldenburg, Landeshut, Liebenthal, Greiffenberg, Neurode) und nach Ableistung seines Militärdienstes in Breslau als Apotheker niederließ. Von dort aus führten ihn die Ausflüge meist in das Riesengebirge und nach Böhmen und Mähren; außerdem sind etwa Besuche bei seiner Gemahlin verzeichnet, die sich zu Badekuren in Reinerz oder Landeck im Glatzer Land aufhielt. – Vermutlich wertete der Apotheker seine privaten Aufzeichnungen auch für seine historischen Arbeiten aus. So sind sämtliche Ortsnamen farbig unterstrichen, und am Schluß findet sich etwa ein Verzeichnis "Mittelalterliche Vesten in Schlesien". – Gegen Ende etw. fingerfleckig, gering gebräunt.

Beiliegt ein Skizzenbuch (ca. 17 x 26 cm) mit 60 meist montierten Aquarellen (meist ca. 12 x 17 cm), das Hermann Neuling in hohem Alter zusammenstellte. Die Zeichnungen sind teils datiert 1905-11 und teils mit dem Monogramm "N" versehen. Sie zeigen überwiegend Burgen und Ruinen in Schlesien. In den eigenhändigen, schon etwas zittrigen Beschriftungen nennt der Apotheker dazu historische Daten und verweist öfter auch auf eigene frühere Besuche an diesen Orten. – Ferner beiliegend ein Notizbüchlein, überwiegend mit Gedichten zu verschiedenen Gelegenheiten aus den Jahren 1897-1930, wohl aus der Hand seiner Ehefrau Emma, geborene Hellgrewe, außerdem ein Poesiealbum.