52: CONRADY – TEILNACHLASS

des evangelischen Pfarrers und Historikers Ludwig Conrady (1833-1907). Mit zahlr. e. Manuskripten (mehr als 1000 Blätter) und einigen Publikationen. 1850-1907; ferner ca. 500 an ihn gerichtete Briefe. (141)
Schätzpreis: 800,- €


Ludwig Conrady (1833-1907) war der Bruder des Juristen und Archäologen Wilhelm Conrady (1829-1903), der eine umfangreiche Sammlung von Archivalien und Handschriften auf der Mildenburg (bei Miltenberg, Unterfranken) von dem Gelehrten Friedrich Gustav Habel (1792-1867) geerbt hatte. Diesen Fundus konnte er für seine historischen Forschungen nutzen. Sein Nachlaß wird im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden verwahrt.

Unser umfangreicher Teilnachlaß umfaßt unter anderem: ein kleines Tagebuch, begonnen 1850 als Gymnasiast in Weilburg mit Aufzeichnungen bis zum Beginn des Studiums in Halle 1854 (14 Blätter); eine Vorlesungsmitschrift aus dem Jahr 1854; eine kleine Sammlung von Manuskripten mit Gedichten, die zu festlichen Anlässen vorgetragen wurden; Exzerpte, Manuskripte und Korrekturfahnen mit e. Einträgen zu eigenen Publikationen, darunter "Nassauische Hausmarken", "Protoevangelium Jacobi in hebräischer Übersetzung und Deutung", "Das Testament des Plebanus Hermann von Schwan" sowie das Hauptwerk "Die Quelle der kanonischen Kindheitsgeschichte Jesu" (Göttingen 1900); Briefjournale für die Jahre 1877-1882 und 1905-1907; ferner zahlreiche Briefe von verschiedenen Absendern, darunter auch Familiäres. – Eine beiliegende Sammlung von ca. 200 Abbildungen aus Zeitungen zu verschiedenen Wissensgebieten (jeweils auf Trägerpapier montiert) illustriert die weitgespannten Interessen des Gelehrten. – Beiliegen ferner Manuskripte von A. Conrady, wohl des Vaters von Ludwig (ca. 1843-1847), und einige private Briefe an den Archivar und Archäologen Friedrich Gustav Habel (ca. 1810-1857). – Meist nur geringe Altersspuren.