5067: SCHÖPFER, HANS, D. Ä.

(um 1505 – um 1569; Zuschreibung), Büßende Maria Magdalena. Öl auf Weichholz. Nicht sign., bezeichnet und dat. (um 1535). 19,8 x 13,9 cm. (90)
Schätzpreis: 2.000,- €


Thieme/Becker XXX, 237 (Biographie). – Kleines Brustbildnis der büßenden Maria Magdalena in der Einöde, von einer Felslandschaft hinterfangen. Die Frau ist in ein härenes Gewand gekleidet, vor ihr liegen ihre Attribute in einem losen Stilleben gruppiert, ein Schädel, ein Salbgefäß und eine Geißel, dazu ein aufgeschlagenes Buch, ein Rosenkranz und ein Kruzifix. In stillem Gebet hat Maria Magdalena ihre Hände gefaltet und blickt mit geneigtem Kopf nach schräg links oben. Von hier kommt auch das Licht, das die Büßende trifft, und hier öffnet sich die Felshöhle zum blauen, von Wolken durchzogenen Himmel. – Das äußerst feine Gemälde diente der privaten Andacht. Seine hohe Qualität äußert sich auch in der minutiösen Ausführung. In einzelnen, fein und elegant glänzenden Strähnen fällt das Haar über die Schultern der Heiligen, die Vegetation und der nur etwa fünf Zentimeter große Leib Christi sind detailreich wiedergegeben. Der meisterhafte Duktus charakterisiert auch die verschiedenen Stofflichkeiten perfekt, die grobe Matte auf dem Rasensockel, das härene Gewand oder das glatte Gefäß lassen keine Zweifel an ihrer Oberfläche aufkommen. Alles spricht für die Hand eines routinierten altdeutschen Meisters, wie es der für den bayerischen Hof tätige Hans Schöpfer der Ältere war. Bekannt ist er vor allem für seine zahlreichen Porträts der Münchner Hofgesellschaft, die heute zum Teil in der Alten Pinakothek verwahrt werden. Nur vereinzelt sind sakrale Bilder von Schöpfer bekannt, so "Maria mit dem Kind" oder "Christus vor Kaiphas" (beide in der Alten Pinakothek). Auf der Rückseite befindet sich eine Aufschrift in schwarzer Tusche, die Hinweis auf die Provenienz gibt: "Härzog Ferdinands / Ehegemachel …" In Frage käme hier Herzog Ferdinand I. von Bayern (1550-1608) als Vorbesitzer, was die Zuschreibung an den Hofmaler Schöpfer unterstützt, auch wenn das Bild erst nach des Künstlers Tod in den Besitz des Herzogs kam. – Mit sehr feinem Krakelee, Tafel leicht unregelmäßig beschnitten, Ecken ein wenig berieben, leichte Kratzer, winzige Retuschen und punktförmige Ausbrüche. – Verso alte Inventarnummern sowie mit Künstlerbezeichnung, Datierung und Provenienzhinweis. – Aus einer bayerischen Privatsammlung.

The penitent Mary Magdalene. Oil on softwood; attributed to Hans Schöpfer the Elder. Not signed, labelled or dated (around 1535). 19,8 x 13,9 cm. – This delicate painting was meant for private devotion. Its meticulous execution demonstrates its high quality. Individual, delicate streaks of hair cascade down the shoulders of the saint; the vegetation and the body of Christ, only 5 cm in size, are reproduced in highly detail. The masterful brush strokes bring to life all the different materialities. All of it speaks for a routined early German Master, like Hans Schöpfer the Elder who was working at the Bavarian court. – Fine craquelure, wooden board trimmed uneven, corners slightly rubbed, light scratches, tiny touch-ups and dot shaped fractures. – Verso with old inventory number, artist’s name, date and old ownership entry (illegible).