46: MAINZ – GASTELL – "CASSA"

(Deckeltitel). Deutsche Handschrift auf Papier. Mainz, dat. Mai 1837 – Dezember 1843. Fol. Ca. 120 Bl. (am Ende einige weiße). Hldr. d. Zt. (Altersspuren). (12)
Schätzpreis: 600,- €
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Ergebnis: 300,- €


Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben des Privathaushaltes und der Kutschen – und Waggonfabrik Gastell in Mainz. – Josef Gastell (französisiert aus Gastl), der das Unternehmen um 1820 gegründet hatte, übergab den Betrieb um 1842 an seine Söhne Albert und Otto.

In unserem Kassenbuch, in dem jeweils auf einer Doppelseite Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt sind, wird anfangs nicht zwischen privaten und betrieblichen Finanzen unterschieden. Die Einnahmen betreffen vor allem Mieten, aber auch etwa eine Kalesche (Pferdekutsche), einen Sattel oder eine Peitsche. Ausgaben sind verzeichnet zum Beispiel für Arbeiten im Haus in Taglohn, Schulgeld, Silberborten, Tapeten oder die Lederhandlung. Erst ab etwa 1840 wird durch Einträge in der ersten Spalte deutlich unterschieden zwischen den Ausgaben für Bau, Fabrikation, Haushalt, Materialien und Utensilien.

Am Ende findet sich ein Verzeichnis der gefertigten neuen Wagen vom Jahr 1837 bis 1841 (sechs Seiten), fortlaufend numeriert von 559 bis 584 und 600 bis 654. Die Lücke in der Numerierung erklärt ein rührender Eintrag: "Vater hat alle nachfolgende Num(m)er vergessen … Zur Entschuldigung aber war daß der Vater allein allem besorgen sollte und wünschet daß in Zukunft alle Hauptsachen so gut und mit so gutem Erfolg besorgt würden, ohne obiges." – Geliefert wurden Britschken, Coupés, Kaleschen und Droschken zum Beispiel an den Herzoglichen Hof in Biebrich, den Herzog von Nassau in Wiesbaden, Baron von Wolff aus Livland oder Prinz Biron von Cumberland; aufgeführt sind auch Waggons für die Taunus-Eisenbahn. – Etw. fingerfleckig, leicht gebräunt.