446: EISENBAHN – ÖSTERREICH – WECHSELBAHN – Mappe mit acht gezeichneten und aquarellierten Bauplänen für mehrere Tunnel

und Einhausungen zum Bau der "Wechselbahn"-Strecke zwischen Aspang und Friedberg, dazu diverse Unterlagen und Muster zum Bau von Tunneln, Brücken, Weichen, Betriebsgebäuden etc., tls. als Publikationen, tls. als Pläne vorliegend, in verschied. Druckverfahren reproduziert; zus. ca. 50 Dokumente zum Bau der "Wechselbahn"-Strecke zwischen Aspang und Friedberg. Dat. Pinggau und Friedberg, 1907-10. Verschied. Großformate, die Pläne meist gefalt., lose in etw. läd. Hlwd.-Mappe d. Zeit. (125)
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Die zum Baubuch gehörende Planmappe eines leitenden Ingenieurs mit den Bauprojekten mehrerer Tunnel der im Oktober 1910 eröffneten "Wechselbahn", eine von Niederösterreich in die Steiermark verlaufenden Eisenbahnstrecke zwischen Aspang und Friedberg. Es handelt sich hier um Baumaßnahmen bei Kilometer 12,7 und 14,6 der etwa 21 Kilometer langen Bahnstrecke. Geplant wurden die Tunnel unter Leitung des Ingenieurs ("Losbauführers") Adolf Müller. Von Müllers Hand oder aus seinem Planungsbüro dürften auch die vorliegenden acht Originalpläne stammen; alle tragen seine Signatur, manche sind vom Bauleiter beglaubigt und genehmigt. Sie zeigen mit detaillierten Maßangaben versehene Risse, Schnitte, Details und Situationspläne der Tunnel. – Interessant sind diese Projekte nicht nur als Einblick in die Technik des Eisenbahntunnelbaus aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, sondern auch dadurch, daß diese Strecke und einige ihrer Tunnel in der NS-Zeit dem beweglichen Führerhauptquartier "Frühlingssturm" im Jahr 1941 als Ort zur Leitung des Balkanfeldzugs dienten. Unter den als Vergleichsmaterial und zur Instruktion in der Mappe befindlichen weiteren gedruckten Plänen und Publikationen sind auch mehrere vorhanden, die andere Tunnelprojekte der Wechselbahn betreffen, darunter der in der NS-Zeit bedeutsame 2477 Meter lange "Große Hartbergtunnel". – Die Bezeichnung "Losbauführer" wurde insbesondere im österreichischen Eisenbahnbau verwendet und bezieht sich auf die der Bauleitung eines Streckenabschnitts unterstellten Planungen bestimmter Teilprojekte ("Baulose"). Hier handelte es sich um Los drei der Wechselbahn. – Insgesamt eine bedeutende Sammlung von Unterlagen zur Praxis des österreichischen Tunnelbaus bei der Errichtung neuer Eisenbahnstrecken in dieser durch viele Bergdurchbrüche geprägten Pionierzeit. – Leicht gebräunt, mäßige Gebrauchsspuren.