444: AERONAUTIK – KORRESPONDENZ

des Luftschiffahrt-Konzerns Zeppelin. Sammlung mit Durchschlägen und Abschriften von Briefen, Dokumenten und Berichten. Dat. 1903, wohl 1914/15 und 1938/39. Verschied. Formate, meist 4º und Fol. Zus. ca. 50 Bl. (39)
Schätzpreis: 250,- €
Ergebnis: 125,- €

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Aus der Frühzeit der Zeppelin-Luftschiffahrt sind vorhanden: Eine Sammlung von 17 Blättern mit maschinen – und handschriftlichen Durchschlägen aus dem Büro von Zeppelins langjährigem Sekretär und Generalbevollmächtigtem Ernst Uhland von Juni bis September 1903. Zwar handelt es sich hier lediglich um Kopien, doch dürfte kaum eines dieser Schreiben noch im Original erhalten geblieben sein, manche sind auch mit handschriftlichen Notizen und Ergänzungen der teils schwer leserlichen Durchschrift versehen. Im wesentlichen besteht die Sammlung aus Schriftstücken zur Frage, wie man neue Spenden – und Unterstützungsgelder akquirieren könne, darunter ein "Vorschlag für eine neue Manipulation zum Zweck der Einforderung von Beiträgen für den Bau des Zeppelin’schen lenkbaren Luftschiffes". Zum selben Anlaß die Abschrift eines von Zeppelin verfaßten Briefes, wahrscheinlich von der Hand seines Sekretärs Ernst Uhland, datiert Schloß Giersberg, 24. Juni 1903 (Abschrift: wohl Friedrichshafen, Ende Juni 1903, Doppelblatt), an einen Dr. Kyllmann, Mitarbeiter des Berliner Verlags August Scherl. Dieser Verlag war im Juni 1903 im Begriff, für Zeppelin den "Aufruf an das deutsche Volk" zu Spenden für sein Luftschiffprojekt zu drucken. Beiliegend ein Exemplar des gedruckten Korrekturblatts zu diesem Aufruf "Erklärung" (Stuttgart 1903). – Weiterhin vorhanden ein im Verfall befindliches, fragmentiertes mehrseitiges Dokument in feiner Handschrift, offenbar mit Aufzeichnungen über den – möglichen – Einsatz von Kriegsluftschiffen beim Angriff auf London, wobei zahlreiche Gebäude, Straßen und Örtlichkeiten genannt werden, wohl vom Beginn des Ersten Weltkriegs.

Einblicke in die Spätzeit des Zeppelin-Konzerns, die letzten Jahre vor der durch das NS-Regime erzwungenen Verschrottung der verbliebenen Luftschiffe sowie der Einstellung weiterer Bauvorhaben, geben zwei sehr schlecht erhaltene Durchschläge von Geschäftsberichten, die wohl 1939 abgefaßt worden sind und sich auf die Jahre 1937 und 1938 rückbeziehen (15 und 24 Bl., einseitig beschrieben, mit großen Randausbrüchen durch Feuchtigkeit und einigem Textverlust an den Rändern). Interessant ist, wie hier Vorhaben dargelegt werden, die in die Zukunft des Luftschiffbaus hätten weisen können, vor allem die neue Konzeption heliumbetriebener Passagierluftschiffe. – Starke Gebrauchsspuren, Papier tls. sehr brüchig und ausgebrochen, einige größere Textverluste.