40: BASEL – PRATTELN – EINNAHMEN

Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Pratteln, 1797-1819. 4º. Ca. 120 Bl. Pp. d. Zt. (Altersspuren). (4)
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Am Ende des 18. Jahrhunderts, wohl im Zuge der Helvetischen Revolution, war Schloß Pratteln in den Besitz der Gemeinde Pratteln (heute ein Vorort von Basel) gelangt. Zuvor hatte der ehemals adelige Herrensitz Basler Patrizierfamilien als Residenz gedient. – Mit unserem Verzeichnis legte der jeweils amtierende Verwalter ("Schloßschaffner") der Gemeindeverwaltung ("Municipalität") Rechenschaft ab über die jährlichen Einnahmen und Ausgaben sowie seine Tätigkeiten. Dabei sind die Einnahmen in einer Hälfte des Buches verzeichnet, jährlich jeweils mit der von den Gemeinderäten unterzeichneten Bilanz abgeschlossen. Schlägt man das Buch von der anderen Seite auf, findet sich das Verzeichnis der Ausgaben. – Die eindeutige lokale Zuordnung erschloß sich über Personennamen wie den Engelwirt Wilhelm Zeller oder den Gemeinderat Jacob Schwob. Gewirtschaftet wurde etwa mit dem Verkauf von Gras und Heu, von Holz oder von Lämmern. Ein wichtiger Teil der Einnahmen wurde auch durch den Verkauf von Ebereschen – oder Vogelbeerbrand erlöst. Immer wieder erwähnt werden das Sammeln der "Tarbeeren" und die Arbeit in der Kelter ("Trotte"). – Vorderes Innengelenk angebrochen, die erste Lage vom Block gelöst, wenige Blätter entfernt, fleckig, leicht gebräunt. – Bemerkenswerte Quelle zur ländlichen Wirtschaftsgeschichte der Nordwestschweiz.