39: ALBUM AMICORUM – BOHLEN – "DENKMAL DER FREUNDSCHAFT"

(Rückentitel). Stammbuchkassette des Orientalisten Peter von Bohlen (1796-1840). Mit ca. 80 Stammbuchblättern, davon 4 mit Zeichnungen in Bleistift, Feder oder Aquarell sowie ca. 30 verso mit Lithographien. Meist Hamburg, dat. 1819-31. Ca. 11 x 18 cm. Hldr. d. Zt. mit Rvg. und Deckelbordüren (leicht beschabt). (141)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 260,- €


Die Stammbuchblätter lassen die Lebensstationen des Gelehrten erkennen, der als einer der Pioniere des Sanskritstudiums in Deutschland gilt (vgl. unser Los 44 mit seiner eigenhändigen Autobiographie). – Etwas mehr als die Hälfte der Blätter wurde Peter von Bohlen in Hamburg gewidmet, wo er an der Gelehrtenschule des Johanneums seine höhere Schulbildung erhielt. Aus seinen Studienzeiten in Halle, Bonn und Berlin stammen zusammen etwa 20 Stammbuchblätter. Hinzu kommen einzelne Widmungen aus Brunsberg, Dornburg, Gotha, Jena und Moorburg. Nur ein Blatt entstand in Königsberg, wo Peter von Bohlen ab 1825 als Professor der orientalischen Literatur und Lehrer Orientalischer Sprachen wirkte. Gewidmet wurde es am 12. März 1831 von einem Studenten der Theologie "post habitam perdoctam orationem cemmentationem de origine linguae Zendica e Sanscrita" mit einem kleinen Selbstporträt in Aquarell; G. A. Schroeder, "superiorum classium in gymnasio Mariae-Insulano praeceptor", fügte dem Blatt wenige Tage später auf der Rückseite eine Widmung mit einer Zeile in Sanskritschrift hinzu. Auch auf mehreren anderen Blättern finden sich Zeilen in verschiedenen orientalischen Schriften. – Der Eigner fügte einigen Blättern später in winziger Schrift Bemerkungen zum Beruf der Schreiber hinzu, meist wirkten sie später als Ärzte, Professoren oder Prediger. – Leichte Altersspuren. – Beiliegen ca. 20 Stammbuchblätter aus dem Besitz der Gemahlin Babette (dat. 1825-27).