37: MÜNCHEN – NYMPHENBURG – CUVILLIÉS – RECHNUNGSBUCH –

Drei Blätter mit zus. sechs Seiten aus einem Rechnungsbuch zu Bau- und Ausstattungsarbeiten in Schloß Nymphenburg. Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. (München), 1763/64. Fol. Loser Bogen. (121)
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Das Fragment beginnt mit einer Auflistung von Arbeiten durch den Hofkupferschmied an einer Galerie. Dann folgt auf der Rückseite ein neuer Abschnitt über die Errichtung und Ausstattung zweier Kabinette, dasjenige der "königlichen Hoheit Josepha" und das "Cardinalische Zimmer". Als beteiligte Künstler werden hier der "Director M. Cuvilliez", der Hofkistler Johann Hörspurcher und der Stukkator Johann Hörringer (auch Härringer) genannt. Für Boiserien in dem "Cardinalischen Cabinet" wird von Materialien berichtet, die eigens dafür aus der Münchner Residenz abgegeben wurden. Dann folgen gezahlte Tagelöhne für Handwerker von Oktober 1763 bis Februar 1764, weiterhin verbrauchte Materialien, darunter Hölzer, Nägel, Leinöl und Leim, schließlich Ausgaben für Farben (Zinnober, englisches Rot, Goldfarbe, Lack etc.) für den Stukkator Hörringer, ferner Aufwendungen für "Vergoltung und Lamperien" und andere Bautätigkeiten an dem "hochheit(lichen) Cabinet", ausgeführt durch (oder unter der Leitung von) Hörringer. – Aus diesen Angaben ist zu schließen, daß es sich bei dem vorliegenden Fragment nur um die Abrechnung der Umgestaltung der beiden Eckkabinette im Mittelbau des Nymphenburger Schlosses unter François Cuvilliés dem Älteren handeln kann, die 1763/64 ausgeführt worden ist (vgl. Luisa Hager, Nymphenburg, S. 60). Der Stukkator und Maler Johann Hörringer war daran maßgeblich beteiligt, die Entwürfe stammten von Cuvilliés, der auch die Bauleitung innehatte. Die schwarzen Lackplatten des südlichen Kabinetts, des sogenannten "Cardinalschen Kabinetts", wurden dazu aus der Stadtresidenz beschafft. – Leicht gebräunt und fleckig.