3423: FASSMANN – NATIONEN-GESPRÄCHE, ODER CURIÖSE DISCURSE

uber die jetzigen Conjuncturen und wichtigsten Begebenheiten (ab Stück II: Sonderbare Nationen-Gespräche ...) Stücke I-XVI (von 32) in einem Bd. (Berlin, Haude), 1727-28. 4º. Mit 16 gestoch. Portrs. Pgt. d. Zt. (Vordergelenk oben mit kleinem Einriß, Bezug etw. gewellt, fleckig und gebräunt). (252)
Schätzpreis: 400,- €


Einzige Ausgabe. – ZDB 548726-2. Hayn/Gotendorf V, 337: "Cplt. sehr selten!" Stephanie Dreyfürst, Stimmen aus dem Jenseits, Berlin und Boston 2014, S. 21: Neben den Gesprächen in dem Reiche derer Todten "konzipierte Fassmann auch eine neue Reihe, die Sonderbaren Nationen-Gespräche, die bis 1733 erschienen." – Sowohl politisch wie historisch wie geographisch anziehendes Periodikum in Form von Dialogen, die jeweils Vertreter aus verschiedenen Nationen Europas miteinander führen. Hier vorliegend die ersten 16 Unterhaltungen, erschlossen durch ein Sach – und Personenregister; die "Entrevuën" XVII-XXXII erschienen 1729-33. Alle Stücke sind anonym, doch findet sich ein erhellender Hinweis zur Enthüllung der Verfasserschaft in der Vorrede des 225. der Gespräche in dem Reiche derer Todten, wo der ermittelte Autor David Fassmann (1685-1744) einen Abriß seines Lebens gegeben hat und darin über seine literarischen Arbeiten berichtet: 26 der Nationen-Gespräche stammen von ihm selber, "die übrigen sechse sind meine Arbeit keineswegs" (Gespräche …, 225. Entrevuë, Leipzig 1738, S. 19). Wir tragen dieser leider nur teilweise aufgeklärten Verfasserfrage Rechnung, indem wir das Werk als Sachtitelschrift behandeln (in manchen Bibliothekskatalogen wird es als Verfasserschrift unter Fassmann verzeichnet), auf Fassmanns großen Anteil an den Gesprächen aber ausdrücklich hinweisen. – "F(assmann)s historische Arbeiten haben vor allem kulturhistorischen Quellenwert. Sie sind wie später Voltaires Porträts mit Anekdoten, eigenem Erleben und Informationen verschiedenster Herkunft durchsetzt" (W. Haacke in der NDB V, 28). – Beide Spiegel mit Stempel, fliegender Vorsatz mit Kaufvermerk von 1742, einige Bl. und Tafeln am Fußsteg mit kleinen Läsuren, stärker gebräunt, gelegentlich etw. braunfleckig.