33: FELDMESSKUNST –

Deutsche Handschrift auf Papier. Nicht dat. Deutschland, um 1780. 4º. Mit kalligraphierten Überschriften, gefalt. Tafel in Federzeichnung und einigen Federzeichnungen im Text. 2 weiße Bl., S. 4-141, 17 Bl. (davon die ersten beiden und die letzten zehn weiß). Ausgebunden. (4)
Schätzpreis: 400,- €
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Ergebnis: 200,- €


Wohl von einer Hand am Ende des 18. Jahrhunderts in regelmäßiger Kurrentschrift gefertigte Abschrift von Texten zur Landvermessung. Der Kolophon (S. 141) verweist auf einen Druck bei Egenolff in Frankfurt aus dem Jahr 1578 als Vorlage [VD 16 ZV 9061]. Hier sind unter dem Titel "Geometrey" drei Traktate des Oppenheimer Stadtschreibers und Verlegers Jakob Köbel (1484-1533) und eine Abhandlung von Johannes Dryander (1500-1560) vereint. Der Titel und das Gedicht auf der Titelrückseite sind in unserer Handschrift nicht vorhanden. Enthalten sind in der gleichen Reihenfolge und Zusammenstellung wie im Druck, von alter Hand fortlaufend paginiert, die Traktate "Vom Messen und Theilen deß Erdtrichs" (S. 4-58; Titel und der Beginn der historischen Einleitung fehlen), "Von Abmessung allerhand Höhe und Tieffe, Weite, Breyte und Lenge durch den Stab Jacob" (S. 73-95), "Ein künstlich undt subtile Unterrichtung, wie durch Spiegel, ein Höhe eines Thurns … erkennen undt erfahren soll werden" (S. 96-113) und "Zubereithung undt Verstand eines Quadrantens" (S. 113-140). Nicht alle für Illustrationen vorgesehenen Bildfelder sind ausgefüllt, doch ist die Wiedergabe von mehreren der Holzschnittillustrationen der gedruckten Vorlage in feinen, detailreichen Federzeichnugen bemerkenswert.

Darüber hinaus enthält unsere Handschrift innerhalb der fortlaufenden Paginierung zwischen dem ersten und dem zweiten Traktat einen weiteren Text: "Wie die Wörth in gemeinen fliessenten Wässern rechtmessig zue messen, undt den ahnstossenten Güttern zu theilen seyn" (S. 58-72). Diese Anleitung wird durch ein Beispiel verdeutlicht und mit einer Zeichnung auf einer gefalteten Tafel illustriert.

Auf den nicht paginierten Blättern am Ende des Manuskriptes finden sich Listen zur Umrechnung verschiedener Längenmaße, etwa des Rheinischen Schuhs, außerdem Angaben zu Kaufmanns-, Silber-, Gold – und Apothekergewichten. – Das erste und letzte Blatt mit geringen Randschäden, am Beginn zwei Blätter mit kleinem Eckabriß (minimaler Textverlust), die gefaltete Tafel tls. gelöst und mit winzigen Fehlstellen, durchgehend etw. wasserrandig, leicht gebräunt.