3238: HECKROTH, HEIN

(Gießen 1901-1970 Alkmaar), 5 meist blattgroße Figurenstudien in Bleistift in dem kompletten Band: KLABUND, Franziskus. Ein kleiner Roman. Berlin, Reiß, 1921. 2 Zeichnungn sign., nicht dat. (um 1921). Jeweils ca. 20,4 x 13 cm. Illustr. OHlwd. (leicht fleckig, etw. berieben und gering bestoßen). (85)
Schätzpreis: 800,- €


Die Zeichnungen befinden sich auf dem Respektblatt, dem Vortitel, dem Widmungsblatt (recto und verso) sowie am Ende des Textes (S. 119). – Der Oscarpreisträger und bekannte Bühnenbildner und Art Director Hein Heckroth begann seine künstlerische Laufbahn mit der Ausbildung als Maler am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main 1919. Nach nur einem Jahr verließ er die Städelschule und setzte seine Ausbildung an der Hanauer Zeichenakademie bei Reinhold Ewald (1890-1974) fort. Aus dieser noch sehr frühen Schaffenszeit im Kontext seiner Ausbildung stammen die vorliegenden, mit bereits erstaunlich sicheren und flotten Strichen ausgeführten Zeichnungen.

Die Skizze auf dem Respektblatt zeigt einen Mann an einem Tisch mit Glas in der Hand, während über seiner Schulter ein mit wenigen Strichen angedeutetes Gesicht und ein kleines, von einem Pfeil durchbohrtes Herz seinen Liebeskummer andeuten. Gegenüberliegend, auf dem Vortitel, sieht man ein Paar in einer Häuserschlucht an einem sonnigen Tag. Die Frau küßt hier von hinten den recht ungerührten Mann. Die Verbindung scheint von Erfolg gekrönt, denn auf dem Widmungsblatt ist das Paar als Familie mit Kind vereint. Dabei senkt der Mann den Blick auf das Baby auf dem Schoß der Mutter, während diese wie erstarrt geradeaus blickt. So scheinen sich die emotionalen Rollen vertauscht zu haben. Auf der Rückseite des Blattes ist der Mann alleine zu sehen, mit einer Zigarette im Mund. Auf der letzten Textseite erscheint die junge Frau allein. – Es läßt sich nur mutmaßen, ob Heckroth hier eine kleine autobiographische Zeichenfolge erstellt hat. 1924 heiratete er Frieda Diana Maier (1902-94). Möglicherweise stammen die Zeichnungen aus der Zeit des Kennenlernens und zeigen Heckroths Vorstellung von der Zukunft mit seiner späteren Frau. Dies muß jedoch Spekulation bleiben. Stilistisch entsprechen die Zeichnungen den bekannten Blättern Heckroths aus den 20er Jahren. – Innengelenke angebrochen, ein Blatt gelöst, Vortitel oben mit kleinem Einriß, papierbedingt gebräunt.