3161: KAESTNER, A. G.,

De lege continui in natura. Leipzig, Langenheim, 1750. 4º. XIIII S. Mod. Umschl. (239)
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VD 18 vorläufig [Mai 2020] 1488304X-001. Poggendorff I, 1217. – Die seit der Antike geltende Annahme Natura non facit saltus, eine Vorstellung, die erst im 20. Jahrhundert um den Quantensprung ergänzt wurde, stellt der Mathematikprofessor Abraham Gotthelf Kaestner (1719-1800) hier mit klaren Worten in Frage: "infinite parvi saltus … saltus tamen sunt" (S. X). Anderthalb Jahrzehnte später findet sich dieser kritische Einwand gegen das klassische Kontinuitätsgesetz erneut in Kaestners "Anfangsgründen der höheren Mechanik" (Göttingen 1766, S. 359), jetzt auf Deutsch: "unendlich kleine Sprünge sind doch auch Sprünge". Kaestner greift dabei Gedanken auf, die wenig zuvor Pierre Louis Moreau de Maupertuis in seinen Loix du mouvement et du repos déduites d’un principe métaphysique entwickelt hatte (in: Histoire de l’Académie Royale des Sciences et Belles Lettres, Année 1746, Berlin 1748, S. [267]-294, besonders S. 284). – Papierbedingt leicht gebräunt.