3153: SPERLING, KATHARINA

(Augsburg 1699-1741 ebda.), 315 Miniaturen mit Szenen aus dem Alten Testament. Feine lavierte Tuschezeichnungen mit getuschter Einfassungslinie. Nicht sign. und dat. (ca. 1735-40). Je ca. 6,5 x 9,8 cm. – Einzeln auf Bütten-Trägerpapier d. Zt. mit mehrfacher Tuschlinieneinfassung mont., lose in Ldr.-Schatulle d. Zt. mit Rvg. und goldgepr. Rtit.: "315. Stück aus dem alten Testament inventiert und gezeichnet v. Catharina Sperling Miniatur Malerin zu Augsburg" (etw. beschabt und bestoßen). (100)
Schätzpreis: 20.000,- €
Ergebnis: 33.000,- €


Thieme/Becker XVI, 209 (unter Heckel). Gier/Janota S. 809 und 823. – Sehr fein und meisterlich ausgeführte Vorzeichnungen für die von Philipp Gottfried Harderr gestochenen Textkupfer zum Werk von Abraham Kyburz "Historien – Kinder – Bet – und Bilder-Bibel", verlegt bei J. A. Pfeffel in Augsburg 1737-42. – Das Digitalisat der ersten drei Bände aus dem Bestand der Staatsbibliothek München zeigt, daß nur 283 Textkupfer Eingang in das Werk fanden; die restlichen hier vorhandenen 32 Vorzeichnungen wurden nicht berücksichtigt. – "G. C. Kilian weiß in seiner Lebensbeschreibung der berühmtesten Augspurgischen Künstlerin und Migniatur Mahleren Frauen Catharina geborner Hecklin und Ihres Ehe Herrn Hieronimi Sperling berühmten Kupferstechers Lebensumstände und Arbeit der Katharina Sperling zu rühmen … und (sie) entwarf Illustrationen für die ersten drei Bände der Historien-, Kinder – und Bett-Bibel" (Gier/Janota S. 809, Anm. 105). – "Innerhalb der religiösen Tafelwerke sind die bildlichen Vorstellungen Alten und Neuen Textamentes, Stiche der Miniaturmalerin Katharina Sperling geb. Heckel … erwähnenswert. Es ist erstaunlich, daß eine Künstlerin, deren einzige Ausbildung der Zeichenunterricht ihres Vaters, des Silberarbeiters Heckel, war, so sichere und klare Schöpfungen hervorbringt. Lehnen sich die Erfindungen auch an niederländische Vorbilder an, so ist doch die knappe, bewußte Zusammenfassung, die Konzentration auf den Vorgang bewundernswert. Entgegen den Arbeiten ihres Gatten, des Kupferstechers Hieronymus Sperling (1695-1777), eines Schülers von Johann Ulrich Krauß, fehlt ihren Blättern alles ornamentale Beiwerk" (Lanckoronska/Oehler I, S. 24). – Verso mit Bleistift num., vereinzelt leicht fleckig und gebräunt; Trägerpapier tls. leicht wellig, angestaubt und leicht fleckig. – Rarität. – Aus Wittelsbacher Besitz.