3103: MAKART – ERLKÖNIG –

Kohlestift auf Papier. Monogr. "OL", nicht dat. (um 1880). 78 x 105 cm. (91)
Schätzpreis: 1.200,- €


Großformatige Illustration zu Goethes "Erlkönig" von 1782. – Im Vordergrund reitet der "Vater mit seinem Kind" in gestrecktem Galopp. Obwohl er das Kind fest an sich preßt, wendet es den Blick zu dem herbeischwebenden Erlkönig, der weiterweist auf seine vier Töchter, die den Knaben mit ihren leichten wehenden Gewändern und verführerischen Gesten locken. Meisterlich spielt der Zeichner dabei mit den dramatischen Hell-Dunkel-Effekten einer Vollmondnacht. – Die Darstellung der Protagonisten läßt die Nähe des bislang nicht identifizierten Monogrammisten "OL" zur Salonmalerei vermuten. Zu denken ist etwa an einen deutschen Maler oder Nachfolger aus dem Kreis des Hans Makart (1840-1884). – Auf Leinwand kaschiert, mit Randläsuren und kleinen Fehlstellen umlaufend, leicht gebräunt.