3068: HERWEGEN, PETER

(Köln 1814-1893 München). "Krönung Mariae". Goldgehöhte aquarellierte Zeichnung. Sign., von anderer Hand bezeichnet, datiert München 1867. Darstellungsgr.: ca. 26,5 x 21 cm; Blattgr.: ca. 33 x 26,8 cm. – Unter Passepartout. (133)
Schätzpreis: 1.200,- €
Ergebnis: 1.600,- €


Überaus feines Aquarell mit Darstellungen zum Klerus des ehemaligen Habsburgerreiches. – Im zentralen Bildfeld eine Darstellung der Krönung Mariae durch die Heilige Dreifaltigkeit; gestützt von Engeln, schwebt Maria im Himmel über den Köpfen der versammelten Vertreter der katholischen Geistlichkeit, Kardinälen, Erzbischöfen, Bischöfen, Prälaten, Priestern, Mönchen und Nonnen. In einem eigenen Bildfeld darunter in feinster Grisaillemalerei eine phantastische Zusammenstellung der Domkirchen, numeriert und in der Bildunterschrift von links nach rechts bezeichnet: Rottenburg, Mainz, Köln, Trier, Freiburg, Augsburg, München, Wien, Regensburg, Salzburg, Speier, Bamberg und Worms. Im unteren Rahmenkompartiment die Wappen der deutschen Stämme, begleitet von einem Schriftband: "Die Baiern, Schwaben, Sachsen, Franken, im Christusglauben nimmer wanken". Der habsburgische Doppeladler mit dem Bindenschild auf der Brust verklammert die Darstellung der Domkirchen mit den Wappen der Stämme. Im breiten Rahmen sind 21 Wappenschilde von Bistümern dargestellt, bezeichnet jeweils auf einem gewundenen Schriftband; dabei sind im oberen Rahmen die Bistümer hervorgehoben, deren Vertreter das Recht auf das Tragen der Inful hatten.

Das prächtige Blatt zeichnet sich besonders durch die präzise gezeichneten Details der Tracht der Geistlichen und der kirchlichen Bauwerke aus. Rankenwerk in den Formen der späten Gotik füllt die Zwickel über dem dreipaßförmigen Abschluß des zentralen Bildfeldes, goldgehöhte Astwerkstäbe trennen den breiten Rahmen mit Goldgrund ab, der neben den Wappen mit einer Fülle verschiedener Blüten belegt ist.

Der Maler, Zeichner und Lithograph Peter Herwegen "lieferte zahlreiche Entwürfe für kunstgewerbliche Arbeiten im neugotischen Stil …, schuf zierliche Gedenkblätter … und gab sie in Lithographien heraus" (Thieme/Becker XVI, 564/65). – Mittig mit vertikalem, professionell restauriertem Durchriß (recto kaum sichtbar). – Rückseitig mit Nachlaßstempel von König Ludwig II. von Bayern.