3043: HOPFER – SAMMLUNG –

165 Eisenradierungen, davon 55 von Daniel Hopfer, 72 von Hieronymus und 30 von Lambert Hopfer sowie 8 vom Monogrammisten C. B., ferner 2 Holzschnitte von D. Hopfer sowie 5 Kopien anderer Meister nach den Vorlagen von H. Hopfer. Großtls. in den Platten monogr., wenige sign., meist num. und im Rand gestempelt (Monogramm FA II mit Krönchen in ovaler Einfassung; Lugt 971), nicht dat. (ca. 1516-1700). Verschied. Formate, tls. aus den "Opera Hopferiana". – Alle auf Trägerpapier mont. oder aufgezogen, tls. lose in 2 Hldr.-Bdn. aus der Mitte d. 19. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen, Gelenke leicht eingerissen, ein Rücken beschädigt). (75)
Schätzpreis: 26.000,- €
Ergebnis: 48.000,- €


Umfangreiche Sammlung an Radierungen der Familie Hopfer, zum ganz überwiegenden Teil in den zweiten Zuständen mit der sogenannten Funck-Nummer von David Funck (1642-1705), einem entfernten Verwandten der Hopfers, der im 17. Jahrhundert 230 Platten von den Erben erwarb und diese unter dem Titel „Opera Hopferiana“ nachdruckte. Aufgrund der Tatsache, daß die Blätter montiert sind und das Papier nicht eingehend geprüft werden kann, können einige Blätter auch Abzüge von Silberberg von 1802 oder andere Abzüge des frühen 19. Jahrhunderts sein. Eine noch spätere Entstehung kann jedoch auf Grund der Zusammenstellung der Sammlung unter König Friedrich August II. von Sachsen (1797-1854) ausgeschlossen werden. – Provenienz: von einem Nachkommen der Familie auf der Maiauktion 1933 bei C. G. Boerner in Leipzig ersteigert, in der einige Stücke aus der Sammlung von König Friedrich August II. angeboten wurden. Leider wurde später ein Teil der Blätter von Daniel Hopfer als Erbteil abgetrennt; die vorhandenen Blätter von Daniel Hopfer liegen (auf Trägerpapier aufgezogen) lose im Einband. – Tls. knapprandig oder mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie, tls. bis an die Einfassungslinie beschnitten, tls. minimal berieben, tls. etw. fleckig und gebräunt.

Im Folgenden eine Aufstellung der einzelnen Blätter; die Reihenfolge richtet sich (bei Hieronymus und Lambert Hopfer) nach der Montierung im Tafelband, diese wiederum nach der Bartsch-Bibliographie (Le peintre graveur par Adam Bartsch. Bd. VIII.), bei Daniel nach der Blattnumerierung der Sammlung. Als bibliographischer Nachweis dienen Bartsch (abgekürzt „B“) sowie Metzger („M“ für Daniel Hopfer). – Die Etat-Nummern von Bartsch (römische Zahl), wenn nicht anders angegeben der 2. Zustand mit der Funck-Nummer („F“), wurden von der Sammlung übernommen, die Größe gibt die Blattgröße an, der Erhaltungszustand der einzelnen Blätter wird nur angegeben, wenn er vom allgemeinen, oben beschriebenen Zustand abweicht.

DANIEL HOPFER (Kaufbeuren 1470-1536 Augsburg)

– Adam & Eva. 2 Darstellungen auf 1 Blatt. – 28,9 x 24,5 cm. – B 1 und 2, I. M 1 und 2,I oder II. – Wohl auf Trägerpapier aufgezogen, rechts oben mit winziger Fehlstelle in der Darstellung, links kleiner geklebter Einriß, mittig kleiner hs. Eintrag.

– Christus predigt über Glauben und Unglauben (F 131). – 22,5 x 15,5 cm. – B 4. M 14, II. – Unten seitlich Darstellung minimal angeschnitten.

– Christus predigt über das Brot des Lebens (F 106). – 24,8 x 17,9 cm. – B 5. M 13, III. – Rechter weißer Rand stärker fleckig und gebräunt.

– Christus predigt über die falschen Propheten (F 95). – 23,6 x 15,8 cm. – B 6. M 9, III.

– Christus vor Pilatus (F 105). – 21,2 x 15,7 cm. – B 9. M 17, III.

– Kreuzigung Christi mit Maria und Johannes, in einem Tondo (F 220). 2 Exemplare. – 9,9 x 7,1 und 9,4 x 6,9 cm. – B 11. M 21, III und IV oder V.

– Der große Kalvarienberg (F 19). – 34,3 x 21,9 cm. – B 14. M 18, III.

– Das Schweißtuch Christi, von zwei Putten gehalten (F 186). – 8,5 x 12,3 cm. – B 16. M 25, III. – Bis fast an die Darstellung beschnitten.

– Paxtafel mit Beweinung Christi (F 109). – 25 x 17,1 cm. – B 17. M 37, III.

– Triumphbogen mit der Dreifaltigkeit, Heiligen, Propheten und Engeln. – 51,4 x 26,2 cm. – B 20, I. M 32, I oder II (vor Funck). – Auf Trägerpapier aufgezogen, Faltspuren geglättet, horizontal mittig mit minimalen Fehlstellen in der Faltung, tls. bis knapp innerhalb der Einfassungslinie beschnitten, stärker gebräunt.

– Sechs Szenen zur Aussendung der Apostel (F 49). – 20,5 x 26,1 cm. – B 22. M 10, III. – Mit einigen Inschriften.

– Der Kornwucherer (F 29). – 20,3 x 27,6 cm. – Mit Text „Die sprich Salomo das XI Capitel …“ – B 23. M 6, III (von VI).

– Das Innere der Augsburger Dominikanerinnenkirche St. Katharina mit dem Gleichnis vom Gebet des Pharisäers und des Zöllners (F 67). – 27,8 x 19,3 cm. – B 26. M. 39, III.

– Inneres der Augsburger Dominikanerkirche St. Maria Magdalena mit dem Gleichnis vom Scherflein der Witwe. – 29,1 x 20,4 cm. – B 27, I. M 40, I oder II.

– Das Wehe über die Pharisäer und Schriftgelehrten (F 17). – 30 x 42,6 cm. – B 31. M 12, wohl IV (Abzug Silberberg 1802). – Mit einigen Inschriften.

– Das Glaubensbekenntnis. 12 Einzelszenen auseinandergeschnitten und mont. – Je ca. 10,2 x 10,3 cm. – B 33, wohl I. M 30, wohl I oder II. – Mit Inschriften.

– Maria in Halbfigur mit dem Jesuskind. 2 Exemplare (ohne F-Nr. und F 89). – 24,8 x 17,1 und 22,5 x 15,4 cm. – B 38, I und II. M 41, I oder II bzw. III (der Abzug I wohl später).

– Drachenkampf des heiligen Georg (F 11). – 26,9 x 18 cm. – B 41. M 51, III (wohl etw. späterer Abzug, aber nicht die Nr. IV).

– Venus mit Amor und Teufel (F 102). – 22,7 x 15,8 cm. – B 46. M 82, III.

– Der Selbstmord der Lucretia (F 91). – 23 x 15,9 cm. – B 50. M 62, III. – Rechts oben etw. stärker gebräunt.

– Die Rache des Zauberers Vergil. 2 Exemplare. – Je ca. 9,7 x 6,8 cm. – B 51. M 63, wohl III und IV.

– Türkische Trompeten – und Schalmeienbläser zu Pferde (F 90). – 22 x 15,6 cm. – B 56. M III. – Tls. bis knapp innerhalb der Einfassungslinie beschnitten, fleckig.

– Drei Orientalen zu Pferde (F 121). – 22,5 x 15,5 cm. – B 59. M 70, III. – Tls. bis minimal innerhalb der Einfassungslinie beschnitten, etw. fleckig.

– Drei Araber zu Pferde (F 112). – 22,9 x 15,6 cm. – B 60. M 71, III. – Etw. stärker fleckig. – Die drei Letztgenannten aus der fünfblättrigen Folge Sultan Süleyman und türkische Reiter.

– Drei Hellebardenträger mit einem Hund (F 199). – 8,6 x 13,4 cm. – B 61. M 73, III.

– Drei Landsknechte I (F 51). – 20,2 x 28,8 cm. – B 64. M 74, III.

– Drei Landsknechte II. – 24 x 33 cm. – B 65. M 75, III.

– Drei Hexen schlagen den Teufel (F 108). – 22,9 x 15,7 cm. – B 71. M 85, III.

– Bolikana und Markolfus (F 54). – 24 x 22,6 cm. – B 72. M 86, III. – Etw. fleckig.

– Ein Bauernfest (F 42). – Rechte Hälfte der zweiblättrigen Folge. – 33,7 x 26,5 cm. – B 74 b. M 89 b, IV (Abzug erste Hälfte 18. Jhdt. mit vierzeiliger Inschrift). – Kleiner Braunfleck.

– Kaiser Galba (F 113). – 22,9 x 15,9 cm. – B 77. M 92, III.

– Franz I., König von Frankreich (F 170). – 15 x 10,3 cm. – B 81. M 96, III.

– Papst Clemens VII. (F 169). 15 x 9,8 cm. – B 82. M 100, III.

– Papst Hadrian VI. (F 87). Zwei Exemplare. – 23,3 x 16,6 und 22,9 x 16,1 cm. – B 83. M 99, I oder II und III (dieser im rechten Rand stärker gebräunt).

– Kunz von der Rosen. – 38,2 x 25,7 cm. – B 87. M 103, wohl III. Nagler, Monogrammisten II, 1131, 5, II. – Unten mit Annotation von alter Hand.

– Drei Paneele mit Rüstungsdekor aus Groteskenkandelabern (F 147). – 17 x 12,5 cm. – B 88. M 137, III.

– Groteskenkandelaber mit Pfauen (F 143). – 13,4 x 8,4 cm. – B 89. M 108, III. – Links oben knapp bis innerhalb der Einfassungslinie beschnitten.

– Zwei Paneele mit Grotesk-Kandelabern (F 142). – 15,5 x 9,6 cm. – B 90. M 107, III oder IV.

– Ornamentales Tableau mit 8 Zwickeln (F 65). – 25,3 x 22,5 cm. – B 95. M 124, II oder III.

– Groteskkandelaber mit Posaune blasenden Satyrn (F 64). – 27,2 x 19,8 cm. – B 96. M 109, III. – Unten etw. stärker gebräunt.

– Groteske mit Schmerzensmann zwischen Maria und Johannes. – 33,6 x 10,7 cm. – B 100. M 140, wohl II.

– Ornamentale Füllung mit sitzender Frau mit Laute und Füllhörnern (F 167). – 12,6 x 13 cm. – B 101. M 116, II. – Im linken Rand leicht berieben.

– Zehn ornamentale Horizontalfriese I (F 154). – 14,2 x 9,1 cm. – B 110. M 133, II oder III.

– Vier ornamentale Horizontalfriese aus Blattranken mit Rüstungsdekor, unten Drachen (F 152). – 9,1 x 13,6 cm. – B 111. M 136, II. – Kleiner Ausriß im linken Rand.

– Drei ornamentale Horizontalfriese (F 141). – 9 x 14,1 cm. – B 112. M 105, II oder III.

– Groteskalphabet mit lateinischen Majuskeln (F 126). – 17,9 x 25,6 cm. – B 118. M 145, II, oder III.

– Gotisches Majuskelalphabet (F 136). – 18,7 x 25,4 cm. – B 119. M 143, II oder III.

– Lateinisches Majuskelalphabet in Kartuschen (F 156). – 9,8 x 14,6 cm. – B 120. M 146, III oder IV.

– Tabernakel für das Hl. Sakrament mit Darstellung des Abendmahls (F 12). – 33,9 x 15 cm. – B 124. M 35, III. – Tls. bis knapp innerhalb der Einfassungslinie beschnitten.

– Kapitell und Basis einer Säule (F 146). – 13,9 x 8,8 cm. – B 128. M 148, III oder IV.

– Zwei Ornamentstreifen mit Trophäen (F 127). – 22,4 x 16 cm. – B 129. M 123, wohl III.

– Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Holzschnitt. – 2,9 x 2 cm. – Nagler, Monogrammisten II, 1131, 1. – Nicht bei B und M. – Bis an die Einfassungslinie beschnitten.

– Titeleinfassung mit Figuren. Holzschnittbordüre für „Bibel teütsch der erst tail“ (VD 16 B2676). – 28,2 x 19,6 cm. – Nagler, Monogrammisten II, 1132, 3. M 159. Nicht bei B. – Einige Wurmlöcher, tls. in der Darstellung.

HIERONYMUS HOPFER (Augsburg um 1500-nach 1550 Nürnberg). – Für eine genaue Aufstellung, fragen Sie uns per Email an.