3043: BAAROVÁ, LÍDA,

Schauspielerin (1914-2000). 12 e. Briefe mit e. U. Wohl Rom, datiert 1953. Fol. Zus. ca. 45 S. Ferner einige e. adressierte Kuverts und eine ms. Vollmacht mit e. U., datiert Rom, 20. 3. 1953. (205)
Schätzpreis: 500,- €
Ergebnis: 440,- €


Zunächst mit dem Schauspieler Gustav Fröhlich liiert, war Lída Baarová (Geburtsname Ludmilá Babkova) 1938 eine Favoritin von Joseph Goebbels. Hitler selbst soll der Beziehung seines Propagandaministers mit dem Filmstar Einhalt geboten haben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges der Kollaboration beschuldigt, war die Baarová kurze Zeit inhaftiert, und ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. In den fünfziger Jahren erhielt sie in Rom noch einige Engagements in Filmen unter anderem von Roberto Rossellini und Federico Fellini. – Unsere Briefe, teils mit Daten zwischen dem 13. 4. und dem 24. 7. (19)53 versehen, sind sämtlich an den Journalisten Ottmar Katz gerichtet. Wie aus der in unserem Briefkonvolut enthaltenen Vollmacht und dem Brief vom 13. 4. hervorgeht, hat er die Schauspielerin bei den Schadensersatzansprüchen unterstützt, die sie gegen die amerikanische Besatzungsmacht wegen der Beschlagnahmung von Schmuck und anderen persönlichen Gegenständen geltend gemacht hatte. – Mehrfach klagt die Schauspielerin in unserer Korrespondenz über ihre schlechte finanzielle Lage. Insbesondere betreffen die Briefe das Projekt der Veröffentlichung ihrer Memoiren in zwölf Fortsetzungen in der „Revue“. Nicht zuletzt auf Grund von persönlichen Differenzen mit dem Journalisten kam die Publikation wohl nicht zustande. – Die Kuverts und einzelne Briefe mit Ausriß (kleiner Textverlust), mehrere mit Klebestreifen hinterlegt, mit Falt- und Knitterspuren. – Zwei Beilagen.