3043: ANTIKE MYTHOLOGIE –

Opferszene. Schwarze Tuschfederzeichnung, rot laviert, auf leicht grau getöntem Büttenpapier. Nicht sign., bezeichnet und dat. (um 1800). 33,5 x 41,2 cm. – Auf Trägerpapier der Zeit montiert (Wasserzeichen mit großem Wappen und Lilie über Monogramm), unter Passepartout. (40)
Schätzpreis: 500,- €
Ergebnis: 360,- €

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Eine streng zentralperspektivisch angelegte, eindrucksvolle Stadtarchitektur dient als Schauplatz einer Opferungsszene. Im bühnenartigen Vordergrund sind zwei Figurengruppen zu sehen: links einige Personen um einen Scheiterhaufen und auf ihm, rechts das trauernde Volk. Im zentralen Mittelgrund hat sich zuvor ein Drama abgespielt, und eine erste Leiche wird geborgen. Weitere trauernde und verzweifelte Personen bevölkern in kleineren Gruppen den Hintergrund. Über alldem wacht rechts im Bild eine Hermes-Statue. – Die vorliegende, hochdramatische Szene scheint einem Fresken – oder Gemäldezyklus zu entstammen, der jedoch deutlich vor die Zeit der Entstehung des Blattes zu datieren ist, etwa um 1600. Die Szene konnte bislang noch nicht eindeutig entschlüsselt werden; in Frage kommen Episoden aus der Ilias, etwa die von Achilles angeordnete Staatstrauer und die Opferung von zwölf Jünglingen und Jungfrauen anläßlich des Todes des Patroklos oder der Selbstmord der Polyxena. Auch an den Tod der Dido, der mythischen Gründerin von Karthago, ist zu denken. Die künstlerische Handschrift deutet auf einen noch in der Tradition des Rokoko ausgebildeten Maler an der Schwelle der klaren und strengen Formensprache des Klassizismus. – Mittelfalz, leicht knittrig, minimal gebräunt und berieben, gelb bemaltes Trägerpapier fleckig, mit Knickspuren an den Kanten und Einriß. – Aus der Sammlung des Heimatpflegers Hans Roth (1938-2016).