3032: ERSTER WELTKRIEG – KRIEGSERINNERUNGEN EINES OFFIZIERS DER K. K. ÖSTERREICHISCHEN ARMEE.

Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Wien, bald nach 1918. 4º. Mit 3 mont. Photographien. Ca. 70 Bl. (davon ca. 25 weiße). Ldr. d. Zt. (Kanten minimal beschabt). (210)
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Kriegserinnerungen von Oberleutnant Hoegel, einem Offizier des 4.-Armee-Etappenkommandos, der in Galizien und Schlesien zu Bauarbeiten und Instandsetzungen von Straßen und Brücken sowie zur Errichtung von Krankenstationen oder Militärstützpunkten eingesetzt war, in chronologischer Ordnung vom 1. 8. 1914 bis 12. 1. 1915. Danach bricht die saubere Reinschrift, basierend wohl auf Tagebuchaufzeichnungen und bald nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gefertigt, unvermittelt ab.

Vor dem Krieg in Panereggio (Trentino) stationiert, erhält Hoegel am 25. 8. 1914 den Befehl zur Abreise in den Betzer Kreis. Offen berichtet der Schreiber über die schwierigen Bedingungen der Bauarbeiten, die Quartiere und Lebensmittelversorgung, Hunger, Kälte und Krankheiten, niedergebrannte und geplünderte Orte, das Elend der Verwundeten, Sterbenden und Flüchtlinge, eine standrechtliche Erschießung, Kanonendonner und Todesangst. – Nach dem Zusammenbruch der österreichischen Front in Galizien erhält Hoegel den Befehl, nach Krakau zu marschieren. Hier kann er wieder aufleben: "Bei Havelka gab es Pilsnerbier u(nd) Kanapki, auf dem Korso waren schöne Damen zu sehen, die uns in Aufregung versetzten. Hier kauften wir warme Sachen. … Abends waren wir fast immer im Kaffe gegenüber dem Theater beim Konzert." – Am 6. 12. 1914 trifft Hoegel wieder in Wien ein. Am Beginn des Jahres 1915 besichtigt er auf Einladung des Hauptmanns Josef Jüngling den Aufbau von Gefangenenlagern für Russen bei Linz und für Serben bei Mauthausen. Die Einträge dazu sind mit drei kleinen Photographien illustriert. – Block gebrochen, Spiegel mit Etikett des Wiener Schreibwarenhandels "Theyer & Hardtmuth" sowie mont. Postkarte mit Porträt von Generaloberst Hindenburg.