30: RECHEN – UND HAUSBUCH – "RECHEN-BUCH

für Johann Friedrich Willhelm Krause 1813." Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Grubnitz (Lkr. Leipzig) und Merseburg, dat. 1813-23; verschiedene andere Einträge bis ca. 1860. 4º. 1 nn. Bl., 147, 101 S., ca. nn. 30 Bl. (davon ca. 15 weiße). Hldr. d. Zt. (Gelenk gebrochen, Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (158)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 300,- €


Angelegt zur Schulzeit des Eigners als systematisches Rechenbuch, blieb das Buch wohl lebenslang in Verwendung. – Dem systematischen Teil zu den Grundrechenarten, Dreisatz, Brüchen und "Rechnen nach Schellenbergers Handbuch" vorangestellt sind mehrere Listen zu Maßen und Gewichten oder zu den "Münzen der vornehmsten Handel-Städte". Laut Titel 1813 von Friedrich Wilhelm Krause begonnen, finden sich am Beginn des zweiten, separat paginierten Teiles weitere Informationen zum Schreiber und Eigner: "Friedrich Wilhelm Krause, Hornist der Compagnie 32 Infanterie Regiments in der Bataillonsschule von 1. Oct. 1822 bis den 16. März 1823 zu Merseburg".

Am Ende des Büchleins erfahren wir aus einigen autobiographischen Notizen, daß Friedrich Wilhelm Krause im Jahr 1800 in Grubnitz (heute ein Ortsteil von Bennewitz, Lkr. Leipzig) geboren wurde, wo er auch zur Schule ging. 1816 begann er eine Lehre und 1820 trat er freiwillig in das Infanterieregiment in Zeitz ein; auch gibt es Eintragungen zu Todesfällen und Geburten in der Familie, vermischt mit Notizen zu geschichtlichen Ereignissen, etwa zur Revolution 1848. Auf einen längeren Abschnitt mit Ausführungen zu den Umständen für Auswanderer nach Amerika findet sich der Vermerk, daß 1857 mehrere Mitglieder der Familie Krause nach New Orleans abreisten.

Auf vielen freien Seiten in dem Rechenbuch wurden später verschiedene Heilmittelrezepte oder andere nützliche Mittel eingetragen, etwa Anleitungen "Ratten und Mäuse blind zu machen", "Käse vor den Würmern zu bewahren" oder ein "Mittel, wen die Milch von Hexen gestohlen wird". – Einzelne Blätter herausgetrennt, anfangs einige Seiten wasserrandig, etw. fleckig, papierbedingt gebräunt.