2548: INNENARCHITEKTUR – WANDGESTALTUNG

für ein Palais. Aquarellierte Bleistiftzeichnung auf Papier. Deutschland, um 1850. Motivmaß: 43,5 x 55,4 cm; Blattmaß: 47,7 x 63,5 cm. – Gerahmt (ohne Glas, leichte Altersspuren). (91)
Schätzpreis: 1.200,- €
Ergebnis: 600,- €


Das prächtige Blatt zeigt die Wand eines Palais oder Schlosses mit Tür, Supraporte-Gemälde, Wandkonsole und Trumeau. Die Wände sind mit eleganten feinen Rahmen kassettiert, die wiederum üppig mit Muschel – und Rankenapplikationen im Stil des Neorokoko dekoriert sind. Wandgemälde mit Putten und rechts mit einem Liebespaar legen nahe, daß es sich um die reiche Ausstattung eines Zimmers für eine Dame handelt. Auch die Köcher mit Liebespfeilen über dem Trumeau und die Täubchen über dem Liebespaar sprechen dafür. Eine mögliche Beschriftung ist durch die umlaufend aufgebrachten Streifen nicht auszumachen, so daß eine zweifelsfreie Zuordnung des Raumes nicht gelang. – Insgesamt läßt die herrschaftliche Ausstattung an die Wand eines Palais oder Schlosses denken, wie sie aus dem Palais Liechtenstein in Wien, den für Kaiserin Elisabeth umgestalteten Räumen in Schloß Schönbrunn oder den Raumausstattungen der Schlösser von Ludwig II. bekannt sind. – Die kleinen schwarzen Punkte in der Supraporte und Teilen der Wandauflagen sprechen für die Verwendung von Silberfarbe für Glanzpunkte, die im Laufe der Zeit oxydiert ist. – Die Ränder umlaufend mit Papierstreifen belegt, hier mit Wasserrändern und Klebespuren, oben im Bildfeld ein kleines Loch, mit oberflächlichen Läsuren, Fleckchen und stellenweise gering wasserrandig, etw. gebräunt.