25: MAINZ – GASTELL – KUTSCHENREPARATUR

(Deckeltitel). Deutsche Handschrift auf Papier. Mainz, dat. 1818-23. Fol. 241 Bl. Hldr. d. Zt. (Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (40)
Schätzpreis: 800,- €
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Geschäftsbuch der Stellmacherei oder Wagnerei Gastell in Mainz, aus der später die Waggonfabrik der Gebrüder Gastell hervorging. – Mit Aufzeichnungen über die durchgeführten Reparaturarbeiten an Kutschen verschiedener Bauart für einen großen Kundenkreis im Zeitraum von 1818 bis 1823. – Auf dem ersten Blatt findet sich oben der Eintrag: "1819 = den 24. Juni bin ich mit meiner Familie in mein neues Hauß eingezogen …", unterzeichnet von J. Gastell. Auf dem nächsten Blatt ist ein "Aprobirtes Rezept von Englischer Wagenschmiere" und darunter ein "Rezept von Englischer Stiefelwichse" eingetragen. Dann beginnen die Aufzeichnungen zu den einzelnen Kunden. Zu nennen sind etwa Prinz Friedrich von Nassau, die Herzogliche Hofhaltung in Biberich, der Oberbürgermeister von Mainz Baron von Jungenfeld oder das Oberpostamt in Mainz; ferner Adelige, Bürger, Händler und Handwerker, oft weit über das unmittelbare Umfeld hinaus. Minutiös sind jeweils die durchgeführten Arbeiten an Kaleschen, Landauern, Troschken oder Reisewagen mitsamt ihren Preisen aufgelistet. Das Register auf den letzten drei Blättern verzeichnet die Abrechnungen beziehungsweise "Übergabe der Zettel" chronologisch von der Augustmesse 1819 bis zum Jahr 1823. – Das erste Blatt unten mit ca. 9 cm breitem Abschnitt, einzelne Bl. gelockert und mit Randläsuren, etw. fleckig. – Wertvolle Quelle zu Wirtschafts – und Handwerksgeschichte.