24: NIEDERBAYERN – HAUSBUCH –

Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Hienheim (heute ein Ortsteil von Neustadt a. d. Donau, Lkr. Kehlheim), ca. 1758-1805. 64 Bl. (davon am Ende 12 weiß). Hldr. d. Zt.
Schätzpreis: 500,- €
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Ergebnis: 800,- €


Ländliches Hausbuch mit Heilmittelrezepten, Aufzeichnungen aus der Land – und Forstwirtschaft, über Obstbau, Jagd und Fischfang, Notizen zu Finanzgeschäften sowie Einträgen zur Familiengeschichte. – Laut einem Vermerk aus dem 19. Jahrhundert auf dem fliegenden Vorsatz stammt das Buch aus dem Besitz eines Forstmeisters Schmid zu Hienheim. Die Lokalisierung in die Region zwischen Neustadt an der Donau und Regensburg bestätigt sich etwa durch den Hinweis, bestimmte Pillen gegen Gliederschmerzen seien "in der Apotheken in Regensburg zu kaufen". Insbesondere belegen aber die umfangreichen Familienstandseintragungen am Ende des Büchleins diese Verortung. So trat der 1758 geborene Sohn in das Kloster Weltenburg ein; Taufpaten weiterer Kinder waren etwa die kurfürstliche Mautverseherin in Kelheim, der bischöfliche Hofkastner in Regensburg oder der hochfürstlich bischöfliche Gerichtsschreiber in Wörth.

Angelegt wurde das Büchlein laut dem Titel auf der ersten Seite als "Register über verschiedene Getreidesorten des 1758ten Jahres". Es folgen zunächst einige Tabellen und Notizen mit Getreidepreisen und zum Getreideanbau. Überwiegend sind dann Heilmittel für die verschiedensten Leiden von Mensch und Vieh eingetragen, darunter auch ein magischer Text, auf einen geweihten Zettel zu schreiben, "wann ein Vieh die Wuth hat". Ferner ist eine ganze Reihe von Mitteln verzeichnet, wie einem "Fuchs Witterung zu machen" sei. Dazwischen finden sich private biographische Notizen wie: "Den 28ten December 1771 hat mir mein Vater gelernt einen guten Barometer zu füllen" oder "Den 10ten December a(nno) 1775ten Jahres habe ich meine erste Sau … geschossen". – Leicht fleckig.